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Seit dem Ende des Währungsregimes von Bretton Woods, hat die USA erstmalig anerkannt, dass die Schulden eines Landes nicht über die freien Finanzmärkte korrigiert werden können, sondern politischer Entscheidungen bedürfen. Der Finanzminister der USA hat den zwanzig größten Nationen (G20) vorgeschlagen, verbindliche Grenzen für Überschüsse oder Deffizite in den Leistungsbilanzen der jeweiligen Länder festzulegen. Gleichzeitig sollte eine Politik betrieben werden, welche die Einhaltung der entsprechenden Länder-Leistungsbilanzen gewährleistet und somit ausufernden Schulden vorbeugt.

Wie die Erfahrung gezeigt hat, ist es leider nicht ausreichend den Finanzmärkten eine stabilisierende Rolle zuzuweisen. Erst vor kurzem war klar geworden, dass den Finanzmärkten eine entscheidende Rolle bei der Destabilisierung eines ganzen Landes – in diesem Fall Brasilien – zugefallen war. Die ohnedies schon hohe Inflation war noch weiter angeheizt worden. Statt der hohe Inflation mit einer Geldabwertung begegnen zu können, verlor Brasilien stark an internationaler Wettbewerbsfähigkeit.

Freie Devisenmärkte verhindern Währungskrisen nicht, sondern erzeugen diese, wie man an den aktuellen Fällen Ungarn, Island oder der Ukraine gut erkennen kann. Es ist also an der Zeit den Vorstoß der USA aufzunehmen und über neue, internationale Währungsregimes nachzudenken und damit zu verhindern, dass die Lohndumping Politik einzelner Länder zum Schaden anderer ausgelebt werden kann.

Konkret bedeutet das, die Binnennachfrage zu stärken und Schulden zu reduzieren. Ohne politischen Entscheidungswillen wird das allerdings nicht funktionieren. Von den Finanzmärkten kann nicht verlangt werden, dass sie ihre eigene Macht selbst beschneiden. Sie benötigen daher ein starkes Regulativ, dass sie in ihre Schranken weist. Internationale Währungsregimes und verbindliche Verträge stehen am Beginn einer neuen Ära. Der mutige Schritt der USA und ihr ernsthafter Vorschlag verdienen es konkret in Betracht gezogen und umgesetzt zu werden.