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Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Die wachsende Zahl der mehr geleisteten Arbeitsstunden deutscher Arbeitnehmer deutet auf eine Rückkehr zu einer positiven wirtschaftlichen Situation hin.

Für das Jahr 2010 hat das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, kurz IAB, 1,25 Milliarden bezahlte Mehrarbeitsstunden gezählt. Im kritischen Jahr 2009 sprach die Bundesagentur für Arbeit von lediglich 1,09 Milliarden. Die Gesamtzahl der Überstunden dürfte jedoch nach Einschätzung von Arbeitsmarktexperten etwa bei 2,5 Milliarden liegen, da sich erfahrungsgemäß bezahlte und unbezahlte Mehrarbeit die Waage halten.

Arbeitnehmer blicken auf das große Überstundenkontingent, je nach Betriebspolitik, mehr oder weniger erfreut. Die Stabilisierung des Arbeitsmarktes ist in ihrem Interesse. Treiben freilich bezahlte Überstunden das zu versteuernde Einkommen deutlich in die Höhe, fallen höhere Steuern an, was nicht im Interesse des Arbeitnehmers liegt. In einigen Betrieben gehört es zum guten Ton, Mehrarbeit unentgeldlich zu leisten. Wer dagegen meutert, gilt als schlechter Teamplayer und grenzt sich aus. Zyniker halten dagegen, dies könne Leiharbeitern mit Monatsverträgen nicht passieren. Diese bekämen jede Stunde vergütet. Eine dritte Option, nämlich Mehrarbeit als Urlaub oder Freistunden abzufeiern, ist indessen nicht immer willkommen, besonders, wenn der Arbeitgeber dies als einzige Möglichkeit überraschend festlegt. Hier kann man Arbeitnehmern nur raten, das Vorgespräch zu suchen und mit der Firma die Art und Höhe festzulegen, in denen über das Soll geleistete Arbeitsstunden abgeglichen werden.

Was noch niemand der arbeitenden Bevölkerung hat plausibel machen können: Warum werden angesichts Milliarden Überstunden nicht mehr Menschen fest eingestellt? Wieso treibt auf dem Arbeitsmarkt ein schwarzes Phänomen mit Namen Leiharbeit zunehmend sein Unwesen?