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Die japanische Katastrophe nimmt immer schrecklichere Ausmaße an. Nach den schweren Erdbeben und dem Tsunami sind ganze Landstriche zerstört und tausende Menschen verloren ihr Leben. Die Atomkraftanlage Fukushima ist schwer angeschlagen, drei Reaktoren könnten eine schwere Verstrahlung auslösen. Die Informationslage ist derzeit unklar. Es steht nicht genau fest, inwieweit Kernschmelzen bereits eingesetzt haben oder ob sie noch verhindert werden können. Sicher ist jedoch: in mehreren Kilometern Umkreis von Fukushima ist die Strahlengefahr präsent. Im schlimmsten Fall passiert ein noch schwereres atomares Unglück, welches die Großraumregion Tokio bedroht. Japan als drittgrößter Volkswirtschaft der Welt droht neben der unmittelbaren Gefahr durch Verstrahlung auch ein wirtschaftlicher Kollaps. Allerdings sind die Experten und die Medienwelt in diesem Punkt geteilter Meinung. Dafür gibt es einen Grund: Man kann es sehr schwer voraussagen.

Die Kapitalmärkte haben unmittelbar nach den Beben und dem Tsunami reagiert und ließen die japanische Börse, die Tokyo Stock Exchange um 16 Prozent sinken. Derzeit ist die Börse sogar wieder im Plus und die japanische Währung stark wie nie, wogegen die starken Industriestaten allerdings zu intervenieren versuchen. Denn ein starker Yen schwächt den Export Japans, da sich die auszuführenden Waren erheblich verteuern oder auf Margen verzichtet werden muss.

Ökonomisch bereitet Japan derzeit auch die mangelnde Energieversorgung Sorgen. In Tokio und anderen Städten wird derzeit überall Energie eingespart. Das geht soweit, dass sogar Verkehrspolizisten anstatt Ampelsysteme eingesetzt werden. Elektrische Energie ist allerdings für alle Wirtschaftsbereiche enorm wichtig.

Weltwirtschaftlich gesehen wird der globale Aufschwung wohl nicht massiv gefährdet, denn Japan handelt zu großen Teilen vor allem mit anderen asiatischen Ländern, die es verkraften können. Allerdings sind einige Teilbereiche schwer getroffen. So zum Beispiel die Computer- und Autoindustrie. Viele Computerchips und Steuergeräte werden zur Gänze oder als Halbzeug in Japan hergestellt. Auch andere Hochtechnologiezweige sind betroffen. Die Verluste, die jetzt eingefahren werden, könnten nach Ansicht einiger Experten aber durch den baldigen Wiederaufbau kompensiert werden.