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Für Porschechef Martin Winterkorn hat damit der künftige Groß-Konzern VW, unter dessen Dach sich der Sportwagenbauer begeben will, eine glänzende Zukunft. Am Dienstagabend hatte eine überwältigende Mehrheit der Porscheaktionäre für die von der Konzernleitung vorgeschlagene Kapitalerhöhung durch Ausgabe neuer Aktien gestimmt. Während die Zustimmung der Stammaktionäre – die Familien Porsche und Piech sowie der Ölstaat Katar – im Vorfeld klar war, stimmten die Vorzugsaktionäre erst nach zehnstündiger Diskussion zu 88 Prozent für die Erhöhung. Nötig gewesen wären von beiden Seiten jedoch nur 75 Prozent Zustimmung.

Die Grundkapitalerhöhung ist deshalb ein so entscheidender Schritt, weil sie es dem Porschekonzern ermöglicht, die durch den gescheiterten VW-Übernahmeversuch entstandene Schuldenlast so weit zu reduzieren, dass eine Verschmelzung mit dem VW-Konzern überhaupt erst möglich wird. Die neu ausgegebenen Beteiligungen sollen Porsche 5 Milliarden Euro einbringen. Die Familien Porsche und Piech haben bereits zugesagt, 2,5 Milliarden davon durch die Übernahme neuer Stammaktien zu übernehmen. Die Kapitalerhöhung soll bis zum Mai nächsten Jahres durchgeführt werden. Sollte das Interesse an den übrigen Aktien auf dem Markt zu gering sein, haben beide Firmen vorsorglich einen alternativen Notfallplan vereinbart. Der Porschekonzern wird sich die Kapitalerhöhung dann über sogenannte Wandelschuldverschreibungen holen, also Papiere, die später in Aktien umgewandelt werden können.

Damit wäre der Weg frei für die Verschmelzungspläne der beiden Automobilkonzerne. Allerdings hielt die Firmenleitung auch nicht mit möglichen Risiken, die die Verschmelzung noch gefährden könnten, hinter dem Berg. In den USA klagen allein 46 Fonds auf Schadenersatz. Sollte diese Klage zugelassen werden, droht ein langwieriger Prozess und die Verschmelzung wäre erst einmal hinfällig. Auch deutsche Aktionäre könnten noch Klage einreichen.