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Seit Wochen beunruhigten Meldungen über einen geplanten Stellenabbau die Mitarbeiter der Bank of America. Jetzt setzt Bankchef Brian Moynihan den Spekulationen ein Ende. Im Rahmen eines Sparplans der schwer angeschlagenen Bank sollen in den nächsten Jahren 30.000 Stellen, das sind circa 10 % der Belegschaft, abgebaut werden. Auch wenn ein Teil der Streichungen durch natürliche Fluktuation erreicht werden soll, müssen viele der 288.000 Mitarbeiter mit einer Kündigung rechnen. Weitere Einschnitte sind nicht auszuschließen.

Die einst so angesehene Bank, die durch Aufkäufe zahlreicher Unternehmen zu einer der größten Investmentbanken geworden war, steckt in einer schweren Krise. Vor allem die Übernahme des Immobilienfinanzierers Countrywide brachte hohe finanzielle Verluste. Countrywide hatte auch solchen Menschen Immobilien finanziert, die über viel zu wenig Einkommen verfügten, um die Hypotheken zurückzahlen zu können. Die Übernahme der ebenfalls schwer angeschlagenen Investmentbank Merrill Lynch brachte die Bank of America zusätzlich in derart große finanzielle Schwierigkeiten, dass die US-Regierung mit 45 Milliarden Dollar eingreifen musste, um einen Zusammenbruch zu verhindern. Auch der Großinvestor Warren Buffett lieh der Bank bereits fünf Milliarden Euro, um die im letzten Quartal eingefahrenen Milliardenverluste infolge der Finanzkrise aufzufangen.

Damit anstehende Forderungen aus Milliardenklagen wegen Hypothekenbetrugs und neue staatliche Auflagen erfüllt werden können, ist die Bank dringend darauf angewiesen, ihre Kassen zu sanieren und Rücklagen zu bilden. Sparmaßnahmen sollen dazu beitragen, die jährlichen Betriebskosten bis zum Jahre 2014 um fünf Milliarden Dollar zu reduzieren. Die Kündigung von Mitarbeitern in den nächsten Jahren ist dabei nur ein Beitrag. Eine Umstrukturierung des gesamten Konzerns wird im Oktober beginnen. Dann soll vor allem das Privatkundengeschäft auf dem Prüfstand stehen. Die internationalen Aktivitäten und das Firmenkundengeschäft werden in einer zweiten Phase Anfang nächsten Jahres ins Visier genommen.