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Der geplante Ausstieg der Hausärzte in Bayern aus den Gesetzlichen Krankenversicherungen ist zunächst gescheitert. In einer Abstimmung auf der Vollversammlung des zuständigen Bayerischen Hausärzteverbandes im fränkischen Nürnberg stimmten gerade einmal knapp 40 Prozent der knapp 7.000 Mitglieder des Hausärzteverbandes für einen zukünftigen Verzicht auf die bestehende Kassen Zulassung. Der Vorsitzende des Bayerischen Hausärzteverbandes, Wolfgang Hoppenthaller, äußerte sich vom Abstimmungsergebnis enttäuscht, da er im Vorfeld der Vollversammlung mit einer Zustimmung von rund 60 Prozent gerechnet hatte. Weiterhin sprach er direkt nach der Versammlung von einem schweren Schlag hinsichtlich der hausärztlichen Versorgung. Allerdings sieht er den Kassenausstieg als noch nicht gescheitert, da alle Mitglieder des Verbandes bis zum 18. Februar diesen Jahres noch Zeit hätten, ihren Verzicht letztlich doch noch schriftlich beim Verband einzureichen. Bis zum Ablauf dieser Frist wird Hoppenthaller die Zeit nutzen wollen, damit auf verschiedenen Veranstaltungen in ganz Bayern auch weiter für einen Ausstieg aus dem gesetzlichen Krankenkassen- und Zulassung-System geworben werden kann.

Zuversichtlich stimmen ihn die Abstimmungsquoten aus den Regionen Ober- und auch Unterfranken. Hier stimmten die Hälfte für einen Ausstieg. Um die Mindestquote von 60 Prozent in ganz Bayern erzielen zu können, bedarf es allerdings noch erheblicher Überzeugungsarbeit. Für Hoppenthaller ist die Tendenz zu Unzufriedenheit der Hausärzte trotz der Abstimmungsniederlage ein deutliches Indiz dafür, dass sich sowohl die Krankenkassen als auch die Politik intensiver mit der Lage der Hausärzte und der Regelung hinsichtlich der Krankenkassen-Zulassung in Bayern beschäftigen muss.

Weiterhin nannte er auch mögliche Gründe für das Ergebnis der Abstimmung während der Nürnberger Versammlung. So haben seiner Meinung nach viele Ärzte Angst vor einem neuen Schritt in etwas Unbekanntes, auch wenn bei vielen von ihnen der Wunsch existiert, aus dem derzeitigen Kassensystem aussteigen zu können. Auch machte er die Äußerungen der Krankenkassen während der vergangenen Tage für ein Zögern der Ärzte bei der Abstimmung verantwortlich und sprach gar von Drohgebärden, die von den Kassen an die Hausärzte gerichtet worden sind. Vor der Abstimmung hielt Hoppenthaller eine kämpferische Rede und wies auf die epochale Entscheidung für einen Ausstieg hin.