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Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Laut des DAK-Gesundheitsreports 2011 kann das Risiko eines Herzinfarkts durch Stress im Job mehr als verdoppelt werden. Eine für die Gesundheit gefährlich Kombination aus Leistungsdruck und schlechter Bezahlung betrifft laut aktuellem Gesundheitsreport bis zu 10 Prozent der beschäftigen Arbeitnehmer in Deutschland. Derzeit führen Forscher 207.000 Herzinfarkte auf zu viel Stress im ausgeübten Job zurück.

In der Vergangenheit stellten bislang Rauchen, Bluthochdruck und eine ungesunde, fetthaltige Ernährung die Hauptrisikofaktoren eines Herzinfarktes dar, so der Studienautor Hans-Dieter Nolting. Nach aktuellsten Erkenntnissen müsse man nun auch psychologische Ursachen, wie Stress im Job mit auf die Liste dieser Faktoren setzen. Dabei geht Nolting noch tiefer ins Detail. So sei die permanente Erreichbarkeit durch moderne Kommunikationsmittel wie zum Beispiel das Smartphone einer der Auslöser für die in Folge eintretende Beeinträchtigung der Gesundheit.

Im Rahmen des aktuellen Gesundheitsreports wurden Facharbeiter und Arbeiter befragt, die in einer geringen Belohnung und den großen Anstrengungen ein Ungleichgewicht sehen, was sich früher oder später durch psychischen Druck auf die Gesundheit auswirkt. Die häufigsten Gründe für dieses Ungleichgewicht sehen Arbeiter in einer schlechtere Arbeitssituation, einer mangelnden Anerkennung, Zeitdruck und zu geringen Lohn, so Nolting.
Ab dem 55. Lebensjahr steigt das Risiko eines Herzinfarktes an. Stress, der durch die Verrichtung der Arbeit entsteht, könne sich auf die Psyche in Form eines Burnout-Syndroms oder Depression auswirken, was das Risiko eines Herzinfarktes verdoppele, so der DAK-Gesundheitschef Helmut Rebscher.

Unberechtigt ist die allgemeine Sorge nicht. Herzinfarkte sind derzeit in Deutschland die zweit häufigste Ursache für ein Ableben. Insgesamt betrachtet hat die Zahl der Krankmeldungen seit 15 Jahren im Jahr 2011 den höchsten Stand erreicht. Rechnet man den Krankenstand von 3,6 Prozent um, so entfallen auf jeden Versicherten 13,2 Fehltage pro Jahr.