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Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Ein-Euro-Jobs scheinen der perfekte Ausweg aus der Arbeitslosigkeit zu sein. Der Arbeitslose kann auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen, er erwirbt Qualifikationen und wird wieder von der Gesellschaft anerkannt. Der Arbeitgeber trägt kein finanzielles Risiko und wenn er mit der Leistung des Arbeitslosen zufrieden ist, dann stellt er ihn fest an. Leider ist dem nicht so – im Gegenteil: Ein-Euro-Jobs fördern die Benachteiligung von Arbeitslosen anstatt ihnen einen Vorteil zu verschaffen.

Ein-Euro-Jobs können nur von Gemeinden und Kommunen vergeben werden und nur dann, wenn davon kein regulärer Arbeitsplatz betroffen ist. Da erscheint es logisch, dass es sich nicht um Jobs mit hohen Qualifikationen handeln kann. Wer einen Ein-Euro-Job bekommen hat und ein paar Monate die Straße fegen durfte, hat keine Qualifikationen für den ersten Arbeitsmarkt erworben – er hat höchstens eine weitere Benachteiligung durch die Gesellschaft erfahren.

Eine näherer Beleuchtung der Thematik Arbeitslose und Ein-Euro-Jobs fördert die unangenehme Wahrheit ans Licht: die klammen Kommunen kommen ohne Ein-Euro-Jobber kaum über die Runden und die Arbeitslosenstatistiken würden ganz anders aussehen, wenn tatsächlich alle Menschen die keine sozialversicherungspflichtige Anstellung haben (aber eine suchen) erfasst würden.

Eine Studie des ZEW (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) hat jetzt belegt, dass Ein-Euro-Jobber tatsächlich nicht schneller in reguläre Jobs kommen, sondern durch diese Beschäftigungsart, gegenüber reinen Harz IV Empfängern, sogar eine Benachteiligung erfahren. Die Gründe dafür können vielfältig sein, den einzelnen Harz IV Empfänger werden diese allerdings nicht wirklich interessieren – er wird an einer gut bezahlten Festanstellung Interesse haben und nicht an einem Ein-Euro-Job der ihn weiter benachteiligt.

Eine zivilisierte Gesellschaft sollte jedenfalls für alle ihre Mitglieder sorgen und den Tendenzen ein möglichst williges Heer von billigen Arbeitskräften vorrätig zu halten mit allen Kräften Einhalt gebieten.