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Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Seit Wochen beschäftigt die Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker die Öffentlichkeit. Mehr als 2000 Märkte stehen vor ihrer Schließung und Ende März werden 12 000 Mitarbeiter arbeitslos sein. Die Belegschaft und der Betriebsrat hatten vehement nach finanziellen Hilfen durch die Politik verlangt. Heute überraschten die Bundesländer mit ihrer Entscheidung, das Unternehmen durch einen Kredit unterstützen zu wollen.

Eine Transfergesellschaft für 11 000 Mitarbeiter

Die Ländervertreter einigten sich auf 71 Millionen Euro, bewilligt ist das Geld noch nicht. Eine Wirtschaftskanzlei wird die Unterlagen von Schlecker überprüfen. Bestätigen sie die Überlebenschancen der Drogeriekette, steht der Auszahlung nichts mehr im Wege. Das Geld ist für die Gründung einer Transfergesellschaft bestimmt. Sie soll ab April annähernd 11 000 Mitarbeiter weiter beschäftigen und auf neue Arbeitsplätze vorbereiten. Bisher wurden die Vermittlungschancen der Mitarbeiter nach der Insolvenz eher als gut eingeschätzt. Nur im ländlichen Bereich wären sie voraussichtlich ohne Zukunftsperspektive. Zu den Befürwortern der Transfergesellschaft gehört Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz. Nach seinem Konzept erhöht sie die Chancen bei der Investorensuche, da mit keinen Kündigungsklagen gegen das Unternehmen zu rechnen ist.

Wirtschaftsminister Rösler lehnt jede Hilfe ab

Über eine finanzielle Hilfe für Schlecker wurde seit Wochen gestritten. Bundeswirtschaftsminister Rösler lehnte ein Eingreifen des Bundes noch am Wochenende strikt ab und verwies auf die Verantwortung der Länder. Die Länderkonferenz tagte auf Initiative Baden-Württembergs, das sich für das Unternehmen nach der Insolvenz in besonderer Verantwortung sieht. Im Land befindet sich die Konzernzentrale. Das heutige Ergebnis stieß auf unterschiedliche Reaktionen. Während Betriebsrat und Gewerkschaft Verdi sich bestätigt sahen, gab es auch skeptische Stimmen. Der bayrische Wirtschaftsminister Zeil, wie Rösler FDP-Mitglied, hält die Entscheidung für verfrüht. Erst müsse Klarheit über ein Zukunftskonzept bestehen. Ein Investor mit tragfähigem Konzept ist für ihn eine notwendige Voraussetzung für finanzielle Hilfen.