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Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Keine andere Wirtschaft wächst so schnell wie diejenige Chinas. Das geschieht nicht zuletzt aufgrund der ausschweifenden Geldpolitik Pekings, die zu sehr hoher Liquidität durch die Vergabe neuer Kredite führt. Im Oktober 2010 vergaben chinesischen Banken Kredite in einem Umfang von 67 Milliarden Euro. Ein übermäßiger Geldumlauf fördert aber auch die Inflation, sodass die chinesische Regierung nun die Kreditvergabe eindämmen will. Die großzügige Kreditvergabe der staatlichen Banken war stimulierend für die Wirtschaft als der Export in der weltweiten Wirtschaftskrise schwächelte.
Ob das Preisniveau erneut sinken wird und dadurch die Kaufkraft der einfachen Leute wieder ansteigt, hängt aber auch von der Wirksamkeit der angeordneten Preiskontrollen für Lebensmittel ab. Erfolgsversprechender ist demgegenüber eine Maßnahme der Regierung, die auf die Erhöhung der Produktion von Grundnahrungsmitteln abzielt.
Waren und Dienstleistungen, die nicht ausschließlich für private Haushalte bestimmt sind, haben sich im Gegensatz zu Lebensmitteln, deren Teuerungsrate in den vergangenen 12 Monaten bei 10,1 Prozent lag, nur um 1,6 Prozent verteuert. Eine starke Erhöhung der Lebensmittelpreise betrifft vor allem Haushalte, die einen großen Teil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben. Dabei ist entweder das Einkommen sehr niedrig oder die Zahl der Haushaltsmitglieder überdurchschnittlich hoch. Hauptsächlich Hunderte von Millionen in Armut lebender Chinesen sind davon betroffen. Besonders der Preis des bevorzugt gekauften Schweinefleisches explodiert: die Inflationsrate lag im August 2010 um 17 Prozent höher als im Juni desselben Jahres. Aber auch vor anderen Gütern des täglichen Bedarfs macht die Inflation keinen Halt: die Preise für Mehl, Öl und Gemüse haben ebenfalls ein Rekordhoch erreicht.