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Die Hauptversammlung von Daimler, geführt vom Vorstandschef Dieter Zetsche im ICC Berlin, lief ruhig und gesittet ab. Nur 4700 Aktionäre fanden sich am Mittwoch, den 13.04. im Saal 2 des Kongress-Zentrums ein. Das hat man in der Vergangenheit schon durchaus anders erlebt, z.B. nach der Trennung von Chrysler. Daimler hat momentan viele Probleme und eher düstere Zukunftsaussichten, wenn man einigen Aktionärsgruppen Glauben schenken will. Dieter Zetsche aber erwähnte die wichtigsten Punkte der Zukunftsstrategie nicht einmal, sodass man davon ausgehen muss, dass eine solche geradlinige Strategie gar nicht vorhanden ist. Derzeit kann die Aktiengesellschaft zwar gute Verkäufe und Gewinne vermelden. Auch die Aktionäre können mit der Dividende von 1,85 Euro pro Aktie zufrieden nach Hause gehen. Ein flaues Gefühl aber bleibt.

Derzeitige Situation und Ziele von Zetsche

Im ersten Quartal 2011 hat das Unternehmen gut verkauft, der Absatz ist um 12 Prozent gestiegen. Der Gewinn vor Steuern, der im letzten Jahr 7,3 Milliarden Euro betragen hat, soll laut Zetsche in diesem Jahr deutlich höher ausfallen. 2011 feiert Daimler 125 Jahre Jubiläum. Dementsprechend soll es das ertragreichste Jahr aller Zeiten werden. Krise in Japan, Aufstände in der arabischen Welt – laut Zetsche kein Problem. Es sollen weltweit mehr Mercedes-Benz als jemals zuvor verkauft werden. 1,2 Millionen Autos der Kernmarke will Zetsche verkaufen. Als Ziele nannte er weiterhin kurz und bündig die Zusammenarbeit mit Bosch in der Entwicklung von E-Autos. Zudem sollen Zukäufe den Absatz weiter ankurbeln. Das Unternehmen steht seit Jahren hart in der Kritik bei den Abgaswerten und dem Benzinverbrauch. Dazu meinte Zetsche, dass bis 2015 die gesamte Flotte auf den Durchschnittsverbrauch von 5 Litern kommen soll.

Kritik der Aktionäre

Die Wirtschaft wird derzeit stark von Umweltthemen geleitet. Das ging auch an den Aktionären nicht vorbei. Sie sehen keine eindeutige Strategie hin zu einem nachhaltigen Fahrzeugbau und damit zu einer Befriedigung der zukünftigen Nachfrage. Die Ankündigung der Zusammenarbeit mit Bosch bei der Elektromobilität erfuhren sie aus der Zeitung und kritisieren sie, denn das Know-How soll nicht aus der Hand gegeben werden. Der EADS-Anteil soll verkauft werden, ebenso ist vielen Anteilseignern nicht klar, was der Zukauf der Tognum AG (Motoren) bezwecken soll. Ebenfalls bemängelt wurde auf der Hauptversammlung der schwache Aktienkurs der Daimler, der viel stärker sein könnte und den Zustand der deutschen Wirtschaft nicht widerspiegelt.