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Die Euro-Krise beschert der Deutschen Bank einen Gewinneinbruch im dritten Quartal 2011. Schwache Märkte, steigende Risiko-Vorsorge im Kreditwesen und der Gewinnrückgang im Investmentbanking senkte den Vorsteuergewinn. Trotzdem überraschte die Deutsche Bank mit einem deutlich höheren Gewinn als von den Analysten erwartet.

Der bereinigte Vorsteuergewinn von 942 Millionen Euro ging im Vergleich zum zweiten Quartal um 28 Prozent zurück. Unterm Strich bleiben noch 777 Millionen Euro übrig und damit ist der 10-Milliarden-Euro-Traum für das Geschäftsjahr 2011 von Vorstandschef Josef Ackermann unerreichbar geworden.

Zum Gewinn im dritten Quartal trug nicht die Ertragsperle Investmentbanking bei, sondern das klassische Bankgeschäft. Durch die Übernahme der Postbank im vergangenen Jahr wurde die Sparte Privat- und Geschäftskunden mit geringen Risikokosten deutlich ausgebaut. Vor Steuern wurde in diesem Bereich 495 Millionen verdient.

Im Investmentbanking ist das Geschäft mit Aktien und Anleihen eingebrochen. Durch die Euro-Krise verunsicherte Anleger machten im Sommer den Investmentbankern einen Strich durch die Rechnung. Der Vorsteuergewinn lag im Quartal bei nur noch 70 Millionen Euro, während im vergangenen Jahr noch 1,1 Milliarden verdient wurden.

Für den zu erwartenden Schuldenerlass von 50 bis 60 Prozent für das Euro-Krisenland Griechenland hat sich die Deutsche Bank bereits gerüstet. Die Anleihen wurden auf 46 Prozent des Marktwertes abgeschrieben und somit sind keine weiteren Verluste bei einem Schuldenerlass von bis zu 54 Prozent zu verbuchen.

Die Kernkapitalquote liegt bei 10,1 Prozent und das Liquiditätspolster wurde auf 180 Milliarden aufgestockt. Somit kann die Deutsche Bank etwaige weitere Turbulenzen auf dem Kapitalmarkt bestens verkraften.