wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Das von Herbstgutachten 2010 der führenden Wirtschaftsforschungsinstitute rechnet weiter mit positiven Trends. Sämtliche Zahlen – mit Ausnahme der Arbeitslosenquote – tragen ein Plus vor der Ziffer, auch das Bruttoinlandsprodukt. Aber in dem von der Bundesregierung jährlich in Auftrag gegebenen Gutachten wird auch vor weiterhin bestehenden und zukünftigen Risiken gewarnt.

Zunächst das Positive: Das Wirtschaftswachstum wird von den Instituten mit 3,5 Prozent angegeben. Nach einem Einbruch von Minus 5 Prozent im Jahr 2009 zeugt dies von deutlicher Erholung. Im Frühjahr wurde das Wirtschaftswachstum noch auf 1,5 Prozent geschätzt. Das Bruttoinlandsprodukt soll um 2 Prozent steigen. Ebenfalls steigen wird laut Gutachten Zahl der Erwerbstätigen, von 40,365 auf 40,595 Millionen, was eine Arbeitslosenquote von 7,0 Prozent bedeuten würde. Dies wäre die niedrigste Arbeitslosenzahl seit 1992, nämlich weniger als 3,0 Prozent Erwerbslose. Das wirkt sich auch auf das Einkommen aus. Die Wirtschaftsforschungsinstitute geben die Lohnerhöhung im nächsten Jahr mit 2,8 Prozent an. Bereinigt um die prognostizierte Inflationsrate von 1,4 % blieben den Erwerbstätigen also immer noch 1,4 Prozent mehr übrig. Dies werde die Nachfrage am Markt enorm steigern und auch die Bauinvestitionen weiter ankurbeln.

Gleichzeitig warnen die Wirtschaftsforschungsinstitute davor, die Sparbemühungen zur Haushaltskonsolidierung auszusetzen. Auch das wachsende Bruttoinlandsprodukt überdecke nicht das immer noch mit 8 Milliarden Euro angegebene Haushaltsdefizit. Gleichzeitig gebe es weitere Risiken. Die Wirtschaft in den USA könnte immer noch zusammenbrechen. Außerdem seien einige Unsicherheitsfaktoren auch in Euro-Ländern wie Spanien, Irland oder Großbritannien durch die hohe Staatsverschuldung gegeben. Und schließlich sei der Immobilienmarkt in China weit überbewertet.

Zur weiteren Konsolidierung des Staatshaushaltes sei es unumgänglich, die bisher beschlossenen Maßnahmen umzusetzen und mittelfristig weitere strukturelle Eingriffe vorzunehmen. So sei beispielsweise die Belastung, die durch den demographischen Wandel und die somit steigende Zahl Älterer und Rentner, entstehe, durch weitere Konsolidierungsmaßnahmen aufzufangen. Auch die durch die Krise sprunghaft gestiegene Schuldenquote sei ein Risiko für die Wirtschaft des Landes.