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Laut Berechnungen des Mineralölwirtschaftsverbandes könne der Preisunterschied zwischen Diesel und Superbenzin weiter schrumpfen. Als Begründung dafür wird unter anderem der weltweite Konjunkturaufschwung genannt. Dieser sorge dafür, dass wieder verstärkt Güter per Lastwagen, die auf Dieselkraftstoff angewiesen sind, transportiert würden. Außerdem würden aufgrund der hohen Benzinpreise immer mehr Leute auf dieselbetriebene Autos umsteigen. Die dadurch erhöhte Nachfrage nach Dieseltreibstoff ließe die Preise ansteigen. Nach Aussagen von Klaus Picard, dem Chef des Mineralölwirtschaftsverbandes, könne so Diesel sogar noch teurer als Superbenzin werden.

Außerdem wäre die Mineralölwirtschaft durch die Einführung des sogenannten Biokraftstoffs vor neue Probleme gestellt worden. Da die Kaufbereitschaft der Autofahrer weitaus geringer ausfällt als erwartet oder erhofft, bestünde nun ein Überangebot an diesem neuen Kraftstoff. Die unerwartete Kaufzurückhaltung der Verbraucher liegt beispielsweise daran, dass viele Autofahrer skeptisch sind, ob der neue Treibstoff keine Schäden an ihren Fahrzeugen verursachen könnte, da es in diesem Zusammenhang keine Langzeitstudien gibt. Somit stellt sich für die Autofahrer auch die Frage, wer für die so verursachten Kosten aufkomme. Auch sind einige Konsumenten nicht davon überzeugt, dass der Biokraftstoff wirklich umweltverträglicher als Herkömmlicher ist.

Viele Verbraucher äußern auch ethische Bedenken, wenn nun Ackerland, welches für den Anbau von Lebensmitteln genutzt wird, zur Produktion von Kraftstoff verwendet würde. Die Sorge um eine so entstehende Flächenkonkurrenz geht weit über Deutschland hinaus. Viele Leute fürchten, dass dem Anbau von sogenannten Bioethanolpflanzen auch Regenwald geopfert werden könnte. Eine weitere Angst ist jene, dass auf diesem Weg die Gentechnik, die immer noch relativ geringen Zuspruch im Großteil der Bevölkerung findet, etabliert werden soll. Doch die Abneigung und Kaufverweigerung einiger Autofahrer gegen den neuen Kraftstoff geht noch weiter, wie man in verschiedenen Internetforen nachlesen kann.

Ein unumstößliches Argument, dass gegen die Verwendung des Biokraftstoffs spricht, ist die Tatsache, dass etwa zehn Prozent aller Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen ungeeignet sind, um mit diesem Kraftstoff betrieben zu werden. Diese sind auf das bisherige Superbenzin angewiesen. Jenes wird allerdings an vielen Tankstellen nicht mehr angeboten, da diese bereits auf den neuen Treibstoff umgestiegen sind. Somit bleibt den Leuten, die keinen Biokraftstoff tanken können und denen, die diesen nicht tanken wollen nur das teurere Super Plus.