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Ein paar Flecken in der Puddingrezeptur brachten die Gerichte ins Grübeln. Der Lebensmittelhersteller Dr. Oetker brach indirekt einen Rechtsstreit mit dem Supermarktriesen Aldi vom Zaun. Im Zentrum des Geschehens standen „Flecki“ und „Paula“. Die beiden Puddingsorten sorgten in diesem Rechtsstreit durch drei Instanzen für Aufregung.

Der wahrscheinlich letzte Akt des Rechtsstreites des Lebensmittelriesen fand in einem Eilverfahren vor dem Landgericht Düsseldorf statt. Dr.Oetker wollte ein Verbot gegen die bayrische Molkerei Gropper durchsetzen, mit dem Ziel, den Pudding „Flecki“ aus dem Programm zu nehmen. Dieser Pudding, den die Molkerei für den Giganten unter den Lebensmitteldiscountern Aldi Süd herstellt, verletze allerdings nach Auffassung der Richter nicht das technische Patent, denn das Herstellungsverfahren weise gravierende Unterschiede auf. Der gegnerische Pudding „Paula“ weise daher auch markantere Flecken auf. Eine glatte Niederlage für das Unternehmen, welches ankündigte, dass man den Rechtsstreit beenden und die Sache nun auf sich beruhen lassen wolle.

Kein Wunder, war Dr. Oetker doch bereits mit der Hoffnung auf ein Verkaufsverbot von „Flecki“ in zwei Instanzen gescheitert. Denn auch hier sahen die Richter keinen Handlungsbedarf in Sachen Wettbewerbsrecht oder Geschmacksmusterrecht. Der Pudding sei zwar eine Nachahmung, halte aber den nötigen Abstand zum Original, urteilten das Landgericht als auch das Oberlandesgericht in Düsseldorf. Dr. Oetker ließ verlauten, dass man das Urteil sehr bedauere, da man davon ausgegangen sei, durch Patente und Markenrechte besser abgesichert zu sein. Der Gewinner Aldi Süd genießt und schweigt, während die Molkerei Gropper im Mittelfeld ihre Zufriedenheit ausdrückte.