wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

In der Eurozone sind vor allem in Sachen Finanzen noch immer die Männer federführend. Alle 17 Chefs der Notenbanken und alle sechs Mitglieder der Direktion der EZB sind männlich. Dies wurde nun in der EU kritisiert. Zuletzt kam das Thema wieder auf, als im Parlamentsausschuss des Europaparlaments über die Ernennung von Yves Mersch aus Luxemburg in die Direktion der EZB abgestimmt wurde. 20 Abgeordnete im Parlamentsausschuss stimmten gegen seine Ernennung, 13 dafür und es gab zwölf Enthaltungen letztere vor allem unter den Christdemokraten. Mehrfach wurde als Grund für diese Abstimmung nicht etwa eine Ablehnung von Mersch als Person sondern vielmehr ein Protest dagegen genannt, dass die hohen Posten im Finanzbereich der EU ausschließlich von Männern besetzt sind.

Obwohl der Parlamentsausschuss ausdrücklich den Wunsch geäußert hatte, eine Frau für den Posten vorzuschlagen, hatte keine der europäischen Regierungen eine weibliche Kandidatin ins Rennen geschickt. Die anstehende Ernennung eines neuen Direktionsmitgliedes der EZB ist die letzte Chance bis zum Jahr 2018, wenn der nächste Wechsel ansteht gemäß Turnus erst dann an. Am Donnerstag wird abgestimmt über die Ernennung von Yves Mersch, aber im Endeffekt können sich die Staaten der EU über die Entscheidung des Europaparlaments hinweg setzen. Im Zuge dieser Tatsache haben einige Abgeordnete angedeutet, dass sie sich bei der offiziellen Abstimmung nicht gegen die Ernennung aussprechen werden, das jedoch unter dass der EU-Ratspräsident Zusagen zur Verstärkung der Frauenanteile in den hohen Gremien macht. Mit dem Vorschlag, eine verbindliche Frauenquote von 40% einzuführen, stößt die EU-Kommissarin Reding weiter auf Ablehnung seitens mehrerer Staaten. Die Mehrheit des Europaparlaments unterstützt jedoch Redings Antrag.