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Die US- Börsenaufsicht SEC verhängte gegen den ehemaligen Chef des Immobilienfinanzierers Countrywide, Angelo Mozilo, eine Geldstrafe von 67,5 MIllionen Dollar. Die SEC sah es als erwiesen an, dass Mozilo die Kunden seines Finanzunternehmens über hoch riskante Strategien, die sein Institut auf dem Hypothekenmarkt verfolgte, nicht aufklärte. Als Folge davon erlitten seine Kunden Verluste in Millionenhöhe, während er selbst rechtzeitig ausstieg und beträchtliche Gewinne erwirtschaftete. Ein Teil der 67,5 Millionen Dollar soll dazu verwendet werden, die Verluste der Betroffenen auszugleichen.

Die Strafe ist die höchste, die je in Amerika für ein Delikt dieser Art verhängt wurde. Damit geht Angelo Mozilo seiner Gewinne durch Spekulation auf dem Hypothekenmarkt verlustig. Leider ist dies jedoch kein Grund, in Genugtuung zu schwelgen. Die nordamerikanischen Medien ließen verlauten, dass die Bank of America einen Teil der Strafe übernimmt. Überdies hat Angelo Mozilo mit seinen deliktiven Geschäftspraktiken nicht nur eine Anzahl Privatkunden um einige Millionen gebracht, sondern auch erheblich zur Destabilisierung des amerikanischen Immobilienmarktes beigetragen, was letztendlich in der Weltwirtschaftskrise gipfelte. Noch bei steigenden Hauspreisen soll Mozilos Bank Kredite genehmigt haben, ohne nennenswerte Sicherheiten einzufordern und damit sogar die Bank of America geschwächt haben, die noch heute unter den zu Unrecht gewährten Krediten leidet.

Ist sich Mozilo der gewaltigen Schuld bewusst, die er auf sich geladen hat? Er hat Menschen geprellt, die ihm vertrauten. Er hat sich durch privilegiertes Wissen an demselben Hypothekenmarkt bereichert, wo er andere ins Messer hat rennen lassen. Er hat letztendlich einen beträchtlichen Beitrag zur Wirtschaftskrise geleistet, zusammen mit anderen Bankdirektoren, die wie er die Geldwirtschaft als gigantischen Pokertisch ansehen. Nein, Mozilo fühlt sich ungerecht behandelt. Vielleicht öffnet ihm das Strafverfahren, das noch gegen ihn anhängig ist, die Augen.