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Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Wer sich auf dem aktuellen Arbeitsmarkt behaupten möchte, muss vor allem mit Flexibilität punkten und höhere Arbeitszeiten in Kauf nehmen. Aktuellen Statistiken des Statistischen Bundesamtes zufolge steigt der Bedarf an Wochenend- und Nachtdiensten stetig an. Zudem gehören Überstunden immer mehr zum regelmäßigen Alltag zahlreicher Arbeitnehmer.

Im Vergleich zur Mitte der 1990er Jahre ist die Anzahl der Nachtarbeiter von knapp sieben Prozent auf 9,6 Prozent gestiegen. Betrachtet man die Abendarbeit in der Zeit zwischen 18 sowie 23 Uhr, ist die Prozentzahl in den vergangenen 20 Jahren von circa 15 Prozent auf 27 Prozent gestiegen. Während in den 1990ern nur ungefähr 19 Prozent aller Beschäftigten regelmäßig Samstag beruflich tätig gewesen sind, hat heutzutage jeder Vierte an Samstagen seine Dienste zu absolvieren. Zusätzlich ist die Anzahl der Überstunden von Vollzeitbeschäftigten auf 40,7 Stunden pro Woche gestiegen und befindet sich mit diesem Wert über dem Durchschnittssatz von 40,4 Stunden/Woche innerhalb der EU-Länder. Für jeden Achten gehöre in Anbetracht der Arbeitszeiten sogar eine 48-Stunden-Woche zum Alltag. Bezüglich dieser Daten gilt die Faustregel, dass die Arbeitszeiten der Beschäftigten mit zunehmendem Alter ansteigen.

Die Gründe für diese Entwicklung sind einerseits in der Liberalisierung der Ladenöffnungszeiten zu finden. Aus diesem Grunde sind besonders im Einzelhandel tätige Personen von regelmäßigen Wochenenddiensten betroffen. Weiterhin tragen die regelmäßigen Dienste von Pflegekräften sowie in der Gastronomie und im Hotelgewerbe beschäftigten Personen enorm zum Anstieg der Zahlen bei. Ein weiterer Grund für diese Entwicklung basiert auf den regelmäßigen Nacht- und Wochenendeinsätzen von Selbständigen.