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Der Computerhersteller Apple zahlt seinen Aktionären in diesem Jahr eine stattliche Dividende: Pro Aktie werden 2,65 US-Dollar pro Aktie ausgeschüttet. Derzeit gibt es rund 930 Millionen Aktien. Im Laufe der kommenden drei Jahre sollen sogar insgesamt rund 45 Milliarden Dollar ausgezahlt werden.

Damit zahlt das Unternehmen erstmals seit 1995 überhaupt wieder eine Dividende. Damals stand Apple kurz vor dem Konkurs, mittlerweile hat sich der Konzern von den mageren Jahren jedoch längst erholt. Insgesamt verfügt das Unternehmen über Bargeldreserven in Höhe von fast 100 Milliarden US-Dollar. Die erste Auszahlung an die Aktionäre erfolgt im vierten Quartal des Finanzjahres 2012, beginnend am 1. Juli. Neben der Dividende wird Apple zudem in den nächsten Jahren für rund zehn Milliarden Euro eigene Aktien zurückkaufen.

Mit diesen Ankündigungen weicht der US-Konzern von seiner bisherigen Strategie ab. Die Bargeldreserven wurden bislang vor allem genutzt, um den Kauf kleinerer Firmen oder die langfristige Versorgung mit bestimmten Bauteilen zu finanzieren. Trotz der nun angekündigten Zahlungen verfüge das Unternehmen jedoch noch über ausreichend Geld für derartige strategische Investitionen, betonte Apple-Chef Tim Cook.

Für Apple ist die nach einer so langen Zeit nun wieder eingeführte Dividende eine durchaus bemerkenswerte Wende in der Konzernstrategie. Allerdings hat das Unternehmen durch den großen Erfolg von Produkten wie iPhone und iPad enorm hohe Gewinne erwirtschaftet, die jedoch nicht allein in den Vereinigten Staaten angefallen sind. Etwa zwei Drittel der gesamten Bargeldreserven befinden sich deshalb außerhalb der USA. Würde Apple dieses Geld auf seinem Heimatmarkt einsetzen wollen, zum Beispiel für den Kauf anderer Firmen, müsste das Unternehmen darauf zunächst relativ hohe Steuern zahlen. Letzten Endes finanziert sich die Dividende also zu einem gewissen Teil durch auf diese Weise gesparte Steuern.