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Die Zahl der sogenannten Mini-Jobs auf 400-Euro-Basis ist weiterhin hoch: Rund 7,4 Millionen solcher Beschäftigungsverhältnisse gibt es in Deutschland. Für viele Menschen ist diese Art der Arbeit aufgrund der Sozialversicherungsfreiheit ein willkommener Zuverdienst. Problematisch ist aber, wenn Beschäftigte über lange Zeit nur solche Tätigkeiten ausüben. Dann erwerben sie nämlich kaum Rentenversicherungsansprüche. Vor allem Frauen droht nach einer jüngsten Mitteilung des Bundessozialministeriums deswegen Altersarmut.

Rente weit unter dem Hartz4-Niveau
Mit einer Beispielrechnung belegt das Ministerium diese Befürchtung. Nach 45 Jahren Job auf 400-Euro-Basis stehen einer Beschäftigten nur knapp 140 Euro Rente zu. Wenn sie sich dafür entscheidet, den pauschalen Betrag des Arbeitgebers zur Rentenversicherung aus eigener Tasche von 15 % auf 19,6 % aufzustocken, reicht der daraus resultierende Ertrag immer noch nicht zum Leben. In diesem Fall würde es eine Rente von knapp 180 Euro monatlich geben. Frauen müssten in einer solchen Situation im Rentenalter entweder einem Job nachgehen oder wären auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Dramatisierende Darstellung?
Umstritten ist aber, wie diese Beispielrechnung einzuordnen ist. Das Ministerium verweist darauf, dass momentan rund 3 Millionen Frauen ausschließlich einen Mini-Job haben. Es wird allerdings nicht benannt, in welchen Lebensumständen sich diese Frauen befinden. Viele davon haben einen Ehepartner und sehen einen Job auf 400-Euro-Basis nur als Zubrot zum Familieneinkommen. Über das Eheverhältnis und eventuell Kinderzulagen zur privaten Riester-Rente steht ihnen im Alter eine deutlich höhere Rente als die genannten Zahlen zu.

Gefahr der Altersarmut betrifft auch andere Beschäftigungsverhältnisse
Dennoch darf die Gefahr der Altersarmut nicht unterschätzt werden. Zahlreiche alleinstehende Frauen finanzieren sich durch schlecht bezahlte Teilzeit- oder Vollzeitbeschäftigungen, zum Teil unterbrochen durch Arbeitslosengeldbezug. Die Bezüge dürften zwar trotz niedriger Stundenlöhne über 400 Euro im Monat liegen, dennoch reichen sie vielfach später nicht zu einem ausreichenden Lebensstandard. Die Opposition aus SPD, Grünen und Linken weist daraufhin, dass Mindestlöhne dieses Problem entschärfen könnte.

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