wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

In Griechenland ist der dritte und letzte Versuch einer Regierungsbildung gescheitert. Der Vorschlag des Staatspräsidenten Karolos Papoulias, ein Kabinett aus Experten zusammenzustellen, hat sich nicht durchgesetzt. Nun sind Neuwahlen für Juni angekündigt. Unter den Bürgern des Landes wachsen die Zukunftsängste wegen der ungewissen politischen Situation. Denn, wenn sich die radikalen Parteien durchsetzen sollten, die gegen die eingeleiteten Sparmaßnahmen sind, werden die internationalen Hilfen vor allem aus Europa gestoppt, und die Staatspleite droht. Dazu kommt das drohende Aus für Griechenland als Mitglied der Eurozone. Die Folgen für die Wirtschaft sind noch nicht absehbar.

Jetzt droht weiteres Ungemach. Nach Angaben verschiedener griechischer Banken haben – während noch über eine neue Regierung verhandelt wurde – alleine am letzten Montag private Kunden mehr als 800 Millionen Euro in Bargeld abgehoben oder per Online-Banking auf ausländische Konten überwiesen. In Griechenland wächst die Furcht, dass die privaten Banken zusammenbrechen oder der Wert der Ersparnisse bei einer Rückkehr zur alten Währung Drachme stark sinken würde. Die staatliche Notenbank verlautbarte, dass sich zwischen Januar 2010 und März 2012 die Summe der privaten Spareinlagen von 195 Milliarden auf 140 Milliarden Euro verringert habe.

Staatspräsident Papoulias warnte davor, dass aus der Angst eine allgemeine Panik entstehen könnte. Diese Warnung sollte vor allem dazu dienen, die verhandelnden Parteien von einer notwendigen Entscheidung für eine tragfähige Regierungsbildung zu überzeugen. Aber auch in ganz Europa wird die Sorge um die griechische Zukunft größer. Schon werden die ersten Szenarien durchgespielt, was Europa erwartet, wenn Griechenland die Eurozone verlässt. Auf die deutschen Steuerzahler käme laut ersten Berechnungen ein Verlust von etwa 80 Milliarden Euro zu, falls der Mittelmeerstaat Bankrott geht.