wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Der Internationale Währungsfonds (IWF) geht mittlerweile nicht mehr davon aus, dass Griechenland die Staatspleite unter den gegenwärtigen Umständen noch abwenden kann. Damit die Staatsschulden für Griechenland dauerhaft tragbar bleiben, sollen einige Veränderungen am Rettungspaket die Wende bringen.

Kritisiert wird von der IWF die Umsetzungen der dringend geforderten Reformen. Das Steueraufkommen ist deutlich geringer als prognostiziert und auch Erträge der Privatisierungen bleiben hinter den Erwartungen zurück. Der Ausweg: Die privaten Gläubiger sollen auf einen höheren Anteil ihrer Schulden verzichten, der Schuldenschnitt soll damit noch deutlicher ausfallen. Experten schätzen, dass eine Staatsschuld von maximal 120% der Wirtschaftsleistung für die Griechen dauerhaft zu ertragen ist. Erreicht werden soll die Grenze 2020 – wenn die Planung nicht durch weitere Schreckensmeldungen durchkreuzt wird. Kommt es wieder zu keiner Einigung mit den Gläubigerbanken, könnte es sein, dass erneut die übrigen Euroländer in die Pflicht genommen werden.

Im Moment ist darüber hinaus nicht sicher, ob sich alle Gläubiger an einem Schuldenschnitt beteiligen werden. Geplant ist allerdings, dass auf die Hälfte der Forderungen verzichtet wird – das wären Staatsanleihen in Höhe von 100 Milliarden Euro. Ein Scheitern der Verhandlungen könnte eine schnelle Staatspleite der Griechen mit sich ziehen. Nur die zahlungskräftigen Euroländer könnten das dann noch abwenden. Auch wenn ein Sprecher der Europäischen Kommission kürzlich bekräftigte, dass das bald fällige, zweite Hilfspaket nicht über 130 Milliarden Euro hinausgehen werde, könnte eine Aufstockung damit unerlässlich werden.