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Die Spitzenpolitiker Europas stehen zurzeit im Angesicht der Schuldenkrise und besonders der problematischen Situation in Griechenland und der Wirkungslosigkeit von deren Sparprogramm unter enormem Druck. Nun werden sowohl der ursprüngliche Zeitplan für die Rettungspläne als auch die Pläne an sich kritisch hinterfragt. Diese Fragen wurden in Washington beim jährlichen Treffen des IWF, des internationalen Währungsfonds gemeinsam erörtert. Der deutsche Finanzminister Schäuble sagte, es sei durchaus denkbar, dass der Rettungsfonds ESM den vorläufigen Fonds EFSF schon eher als geplant ablösen könne.
Vom ESM erhoffen sich die Finanzminister, dass er das Vertrauen in die Märkte stärkt. Zudem wird befürchtet, dass die bisher geplanten Hilfen nicht ausreichen. Man sucht nach einer langfristig wirksamen Lösung. Der ESM soll 2013 in Kraft treten und den provisorischen Vorgänger EFSF ablösen. Beides sind Mechanismen, die Eurostaaten mit finanziellen Problemen in einer Notlage helfen sollen, und zwar ohne dass die restlichen Staaten Mittel bereitstellen müssen, die die Situation der europäischen Finanzmärkte jeweils ins Wanken bringen. Ein solcher Rettungsfonds wird nur in dem Fall in Anspruch genommen, wenn andernfalls die Stabilität der gesamten Euro-Zone in Gefahr gebracht würde. Im EFSF sind 440 Milliarden Euro Kredit Volumen vorgesehen. Für diesen Kredit bürgen alle Eurostaaten mit ihren Anteilen an der europäischen Zentralbank, was insgesamt 780 Milliarden sind. Der Anteil Deutschlands an dieser Bürgschaft liegt bei 211 Milliarden. Man hat diese Summen so berechnet, dass der Fonds auch dann wirkungsvoll ist, wenn Portugal, Griechenland und Irland als Finanziererländer trotz Sparprogramm ausfallen.
Ab 2013 soll nun der neuen Rettungsschirm ESM den bisherigen EFSF ablösen. Dieser wird Kredite bis zu 500 Millionen Euro vergeben können. Durch einen Kapitalstock, den der EFSF nicht hatte, sinkt die deutsche Beteiligung auf 190 Milliarden Euro. Deutschland muss aber 22 Milliarden in den Kapitalstock einzahlen. Von Griechenland, Portugal und Irland wird ein strenges Sparprogramm verlangt.