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Beim Start an der Börse im vergangenen Jahr sah es für Groupon noch besser aus, wenn auch nicht überragend, aber das Unternehmen konnte sich etablieren. Jetzt hat allerdings die Börsenaufsicht SEC den Rabatthändler im Visier, der sich deren Aufmerksamkeit durch eine Bilanzkorrektur zuzog. Der Aktienkurs an der Börse reagierte dementsprechend: Um 17 Prozent ist die Groupon-Aktie nach unten gerutscht.

Grund für das Misstrauen der Anleger sind nicht nur die jüngsten Unregelmäßigkeiten in der Buchführung. Im vierten Quartal musste das Unternehmen bereits einen Verlust einfahren, denn das Weihnachtsgeschäft verlief nicht ganz so, wie man es sich gewünscht hat. Viele der Rabattgutscheine wurden von Kunden wieder zurückgegeben, weil der Deal nicht zustande kam. Das betraf vor allem Produkte aus dem höheren Preisbereich. Es wurden von Seiten des Unternehmens jedoch nicht genügend Reserven gebildet, um diesen Verlust abzufedern. Bei der Bilanzkorrektur weitete sich der Verlust von 43 auf 65 Millionen Dollar aus. Auch die Umsatzzahlen mussten um 14,3 Millionen auf 492,2 Millionen nach unten korrigiert werden.

Die Analysten an der Börse hatten sich das freilich anders vorgestellt, denn bei ihnen war man von einem Gewinn ausgegangen, auch wenn das Unternehmen bereits vor dem Börsengang Probleme mit seiner Buchführung hatte. Noch dazu wurde das Geschäftsmodell als solches angezweifelt, wodurch die Börsenpläne zeitweise auf der Kippe standen. Die Mängel an der Bilanz riefen hier bereits zum ersten Mal die SEC auf den Plan. Groupon gestand die Fehler ein und gelobte Besserung. International tätige Wirtschaftsprüfungsunternehmen sind seitdem darum bemüht, Abhilfe zu schaffen.

Groupon wurde 2008 gegründet und gilt seitdem als äußerst innovatives Unternehmen, was vor allem auf die eigentliche Geschäftsidee zurückzuführen ist. Denn Unternehmen können Rabatt-Coupons über das Unternehmen anbieten, was bei Groupon als Deal bezeichnet wird, der immer dann zustande kommt, wenn genügend Nutzer dessen Nutzung signalisieren. Ein lohnenswertes Geschäft, denn die Hälfte des Gutschein-Werts geht dabei an Groupon. Die Idee hatte Potenzial, und schnell wurde Groupon als Boom-Unternehmen in der Branche gehandelt und auch ein spektakulärer Start an der Börse vorausgesagt.

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