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Gerade erst hat es Motorradhersteller Harley-Davidson geschafft, sich von den Folgen der Wirtschaftskrise zu erholen, da trifft ein neuer Schlag den Hersteller des Kultmodells. Wegen eines Defektes in der Bremsanlage muss das Unternehmen jetzt über 300.000 Motorräder in die Werkstätten zurückrufen, wie die US-Sicherheitsbehörde NTHSA jetzt bekannt gab. Das ist mehr als eine ganze Jahresproduktion. Die Rückholaktion wird dem Hersteller nach eigenen Angaben wirtschaftliche Schäden in Höhe von zehn bis zwölf Millionen Dollar verursachen – vom Reputationsverlust ganz zu schweigen.

Probleme beim Bremsen
Bei 308.000 Touring-Maschinen und Trikes wurden schwere verkehrsgefährdende Probleme mit der Bremsanlage festgestellt. In der Auspuffanlage entwickelt sich zu starke Hitze. Dadurch kann der Schalter für das Bremslicht außer Betrieb gesetzt werden. Wenn dazu noch Bremsflüssigkeit über den Schalter austritt, wirkt sich das zusätzlich negativ auf das Bremsverhalten des Motorrades aus. Betroffen von dem Fehler sind alle Modelle der Touring- und CVO-Touring-Baureihen und Trikes der Jahre 2009 bis 2012. In den USA, dem Heimatland des legendären Motorrades, müssen 250.757 Maschinen zurück in die Werkstätten, in Deutschland sind es 3.635.

Trotz Rückholaktion schwarze Zahlen
Harley-Davidson hatte im Zuge der Wirtschaftskrise große wirtschaftliche Schäden erlitten. Viele Käufer hatten der Traditionsmarke den Rücken gekehrt, das Unternehmen hatte daraufhin Tausende von Stellen streichen müssen. Die Produktion der Modelle MV Augusta und Buell war wegen der Umsatzeinbrüche eingestellt worden. Mittlerweile konnte die Krise überwunden werden, das Unternehmen schreibt wieder schwarze Zahlen. Trotz der Rückholaktion rechnet Harley-Davidson damit, in diesem Jahr 228.000 bis 235.000 Motorräder absetzen zu können.