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Klaus Zimmermann, Präsident des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, wird nach der Kritik an seinem Führungsstil und bezüglich verschiedener Unregelmäßigkeiten bei dem Ausschreibungsprozedere zur Mitte diesen Jahres von seinem Posten zurücktreten. Diese Entscheidung wurde am Dienstag vom Vorsitzenden des Kuratoriums, Bert Rürup, mittels einer schriftlichen Begründung in Berlin mitgeteilt.

Die Entscheidung Zimmermanns, seinen Posten als Institutsleiter zur Verfügung zu stellen, begründete Rürup damit, dass man sich innerhalb des DIW wieder vermehrt der wissenschaftlichen Arbeit und den Erfolgen bei der Beratung widmen müsse und dies auch wieder das Zentrum in der öffentlichen Darstellung des DIW werden solle. Dies sei notwendig, da das DIW in den vergangenen Monaten in der Öffentlichkeit kritisiert worden sei, auch wenn diese Kritik nach Angaben Rürups oftmals überzogen und auch verzerrt dargestellt wurde. Nach wie vor ist das DIW eine der führendenen Institute im Bereich der Wirtschaftsforschung. Auch verwies Rürup darauf, dass der Rücktritt Zimmermanns dessen Wunsch gewesen sei und dass sich das Kuratorium des Institutes in Ruhe mit der Nachfolge beschäftigen werde.

Die Kritik am DIW kam zustande, als der Bundesrechnungshof in Berlin dem Institut eine unsachgemäße Verwendung von zugeteilten Fördergeldern vorgeworfen hatte. Unter anderem ging es um den Fördermittelaustausch zwischen dem Institut in Deutschland und einem in Washington befindlichen Ableger. Auch der Umzug des DIW vom Süden Berlins in das Stadtzentrum wurde hart diskutiert.

Das DIW wurde im Jahr 1925 gegründet und stellt derzeit das größte Forschungsinstitut im Fachbereich Wirtschaftsforschung in Deutschland dar. Es gehört zur Leibnitz-Gemeinschaft und wird mehrheitlich aus öffentlichen Mitteln gefördert. Der auf dem Rückzug befindliche Zimmermann steht seit 2000 dem DIW als Institutsleiter vor. Unter seiner Führung prägte das DIW die Debatte zur Wirtschafts- und auch Sozialgeschichte entscheidend mit. Er ist außerdem einer der führenden Arbeitsmarkttheoretiker in Deutschland und lehnte sich zum Beispiel gegen einen staatlich-reglementierten Mindestlohn auf. Nach der Konfrontation mit den Ergebnissen des Bundesrechnungshofes wurde Zimmermann vom Kuratorium in seinen Befugnissen beschränkt, damit er sich wieder vermehrt wissenschaftlichen Forschungen und weniger um die Institutsverwaltung kümmern könne. Seitdem gab es immer wieder Diskussionen um einen Rücktritt Zimmermanns, dessen Vertrag eigentlich bis 2014 läuft.