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Zwar steht beim Thema Schuldenkrise der europäischen Länder zumeist noch Griechenland im Fokus der Berichterstattung, doch auch Irland sieht sich diesbezüglich mit harten Herausforderungen konfrontiert und gerät zunehmend ins Blickfeld der Medien.Es steht zu befürchten, dass das irische Staatsdefizit mit geschätzten 32 % für dieses Jahr einen traurigen neuen Rekord erreichen wird. Gut zwei Drittel des Defizits lassen sich dabei auf Ausgaben zur Bankenrettung zurückführen. Der Geldmarkt quittiert diesen Umstand mit steigenden Zinsen für irische Staatsanleihen, da eine Abwertung der Staatsanleihen befürchtet wird. Der Zinssatz für zehnjährige Staatsanleihen etwa liegt aktuell bei über 7,9 % und stellt damit den höchsten Stand seit Einführung des Euros dar.

Irland reagiert nun auf diese Schuldenkrise mit einem rigiden Sparplan und hat vor, seine Staatsausgaben in den kommenden vier Jahren um insgesamt 30 Milliarden Euro zu senken. Allein für 2011 plant der irische Finanzminister Brian Lenihan eine Reduzierung der Staatsausgaben um bis zu 6 Milliarden Euro. Anders als Griechenland will Irland bislang auch keine Hilfen durch die EU und dem Internationalen Währungsfonds in Anspruch nehmen. Ziel ist es, auf diese Weise wieder Vertrauen in die Kreditwürdigkeit Irlands zu schaffen und die Zinsen für irische Staatsanleihen wieder zu stabilisieren.

Ob dieses Ziel jedoch erreicht werden kann, ist ungewiss, denn den Investoren ist sehr wohl bewusst, dass die Regierungspartei nur über eine knappe Mehrheit von drei Sitzen Mehrheit im Parlament verfügt und die Opposition das geplante Sparpaket kategorisch ablehnt. Sie befürchten daher, dass Irland seine geplante drastische Senkung der Haushaltsdefizits nicht wird durchsetzen können.

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