wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Die statistischen Auswertungen bzw. die Bilanz der japanischen Zentralbank stoßen in Europa meist nur auf reges Interesse, wenn es um Zinsentwicklungen oder kurzfristige Stützungsaktionen des Dollar oder des Euro geht. In der zweiten Dezember-Woche meldeten aber verschiedene Nachrichtenagenturen und Fernsehsender außerordentlich detailliert, dass sich die japanischen Banken bei der Zentralbank hohe Beträge in US Dollar ausgeliehen hätten. Dies ist nicht etwa ein Ausdruck einer Geldmengenexplosion in Japan oder einer bilanziellen Instabilität des dortigen Bankensystems, sondern ein Teil der Vorbereitung der Banken auf eine Ausweitung der Krise in Europa.

Mit diesen Zahlungsmitteln in US Dollar könnten die japanischen Banken eine weitere Aufwertung des Japanischen Yen vermeiden, um die japanische Exportindustrie nicht einer weiteren Verteuerung der Produkte in den Zielmärkten auszusetzen. Dabei ist nicht nur der niedrige Zinssatz von 0,61 % pro Jahr erstaunlich, sondern die Tatsache, dass die Banken sich eben nicht Euro ausgeliehen haben. Dies deutet daraufhin, dass eine Stabilisierung des Yen-Kurses vor allem gegenüber USA von Bedeutung ist und dass man die europäischen Märkte aufgrund der dort hausgemachten Probleme nicht als Schwerpunkt des Handelns sieht. Damit ist die Reserve der japanischen Banken mit weiteren 4,8 Mrd. US $ sehr gut gefüllt, so dass auch Verwerfungen bei weiteren Herabstufungen einzelner EURO-Länder und ein eventueller „haircut“ bei griechischen Staatsanleihen ohne weiteres verkraftet werden könnte.

Europa sollte aber im Wesentlichen ein wichtiges Signal beachten: Der EURO wird auch im Fernen Osten nicht mehr als hochkarätige Reservewährung gesehen. Dies sollte zu denken geben!

Kategorie: Allgemein
Tags: , , ,