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Der Kreditkartengigant American Express steht vor einer schwierigen Aufgabe.
Das amerikanische Justizministerium hat vor dem Bundesgericht in New York Klage gegen das Unternehmen wegen Verstoßes gegen das Kartellrecht erhoben.
Die beiden Mitbewerber VISA und MasterCard haben hingegen durch Vergleiche mit mehreren Bundesstaaten Ihre Köpfe bereits aus der Schlinge gezogen und sich zur künftigen Einhaltung der Wettbewerbsregeln verpflichtet.
Amex-Chairman Kenneth Chenault lehnt ein solches Vorgehen für sein Unternehmen jedoch kategorisch ab und will den Prozess durchfechten.
Hintergrund des Streites zwischen den US Kartellbehörden und den Kreditkartengössen ist die angebliche Strategie der drei Großen auf dem lukrativen Kreditkartenmarkt,
ihren angeschlossenen Händlern Restriktionen aufzuerlegen.
Diese sollen die Händler daran hindern, Ihren Kunden preiswertere Zahlungsmöglichkeiten anzubieten, oder sie durch entsprechende Rabatte oder Plakate dazu zu animieren, andere Kreditkarten zu nutzen.
Hierin sieht die US Regierung einen eklatanten Verstoß gegen das Kartellrecht und zog gegen die Big Three zu Felde.
Immerhin kassieren die Kreditkartenanbieter für jede Transaktion zwischen 1 und 3 Prozent der Auftragssumme. Auf diesem lukrativen Markt wurden alleine im letzten Jahr über 35 Milliarden Dollar an Gebühren durch die großen Drei der Branche eingestrichen.
Kenneth Chenault ist der Meinung, nicht gegen das Kartellrecht gehandelt und die Wettbewerbsregeln eingehalten zu haben. Nun muss er dem US Justizministerium beweisen, das sein Unternehmen im Rahmen geltender Gesetze gehandelt hat.
Er vertritt die Meinung, dass im Falle eines Klageerfolges des Justizministeriums der freie Wettbewerb eingeschränkt würde und es dem Verbraucher schwer, ja unmöglich gemacht wird, seine bevorzugte Kreditkarte zu nutzen. Diese Auslegung der Wettbewerbsregeln gilt es vor Gericht zu beweisen.
Allein dem Händler kann es egal sein, welche Kreditkarte der Verbraucher zückt: Er schlägt die Kosten für die Transaktion auf den Verkaufspreis auf, den der Verbraucher bezahlen muss.
Dieser allein wäre Nutznießer, wenn sich das Justizministerium durchsetzt – mit schwerwiegenden Folgen für den gesamten Kreditkartenmarkt.

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