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Ob „Ohne Geschmacksverstärker“, „Frei von Konservierungsstoffen“ oder „Ohne Zusatz von künstlichen Aromen“, Lebensmittel sind heutzutage mit einer Vielzahl von Siegeln versehen. Diese versprechen vor allem eines: die Natürlichkeit des Produktes. Doch meist sind solche Angaben reine Marketinginstrumente des Herstellers. Über Umwege finden künstliche Zusatzstoffe dennoch den Weg in die Lebensmittel, wie eine neue Untersuchung der Verbraucherzentralen bestätigt.

Der Verzicht auf Geschmacksverstärker ist das vielleicht prominenteste Beispiel solcher Siegel. Und in der Tat scheinen die Hersteller auf den ersten Blick Wort zu halten. Das vor allem bei Fertigprodukten oft eingesetzte Glutamat findet sich nicht auf der Liste der Zutaten. Wie aber gelangt der Geschmack in die Tütensuppe? Die Lösung der Lebensmittelindustrie nennt sich Hefeextrakt und Würze. Diese beiden Stoffe enthalten unter anderem auch Glutamat, jedoch nicht in isolierter Form, weshalb nach der geltenden Rechtslage keine besondere Kennzeichnung als Geschmacksverstärker erfolgen muss.

Ähnlich verhält es sich bei dem Versprechen „Ohne Farbstoffe“. Die Lebensmittelindustrie setzt hier von Natur aus stark färbende Zusätze wie Spinat oder Rote-Beete-Saft ein. Nach Angaben der Verbraucherschützer konnte solch eine Vorgehensweise bei zwei Dritteln der untersuchten Produkte nachgewiesen werden.

Diese Beispiele stellen nur zwei unter vielen dar. Aktuellen Studien der Verbraucherschützer zufolge existieren alleine bei 151 ausgewählten Produkten 59 verschieden formulierte Kennzeichnungen solcher Art. Die Verbraucher fühlen sich mit dieser Flut an Versprechen zunehmend überfordert. Hinzu kommt, dass zum Teil auch die Freiheit von Produktbestandteilen beworben wird, welche ohnehin per Gesetz nicht zugelassen sind. Verbraucherschützer kritisieren diese unklare rechtliche Lage und fordern verbindliche Regelungen für die Lebensmittelindustrie.

Der Verbraucher ist also gefordert, sich nicht von den Marketingmaßnahmen der Hersteller täuschen zu lassen. Meist reicht dafür schon ein Blick auf die Angaben der Zutaten, um eine solche Mogelpackung zu entlarven.