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Bei der Eröffnung des diesjährigen Weltwirtschaftsforums in Davos hat Bundeskanzlerin Angela Merkel davor gewarnt, Deutschland bei der Lösung der aktuellen Euro-Krise zu überlasten. Die Kanzlerin erklärte, man wolle nichts versprechen, was man nicht einlösen könne. Europa wäre nicht geholfen, wenn von den Märkten eine harte Attacke komme und auf eine offene Flanke treffe. Hintergrund dieser Äußerungen sind die aktuellen Diskussionen über eine Vergrößerung des permanenten Rettungsfonds ESM, die sowohl in den Oppositionsparteien als auch in den Reihen der Regierungskoalition geführt werden.

Die bislang geplante Ausleihkraft des Rettungsfonds beläuft sich auf 500 Milliarden Euro. Von dieser Summe muss Deutschland 22 Milliarden Euro an den Fonds überweisen und darüber hinaus Garantien im Umfang von 167 Milliarden Euro übernehmen. Damit trägt Deutschland den größten Anteil zum ESM bei und wäre auch im Falle einer Erweiterung der Ausleihkraft des Fonds am stärksten betroffen. Für eine solche Erweiterung hatten sich im Vorfeld des Treffens in Davos bereits der italienische Ministerpräsident Mario Monti, zugleich auch Wirtschafts- und Finanzminister seines Landes, sowie die geschäftsführende Direktorin des Internationalen Währungsfonds, Christine Lagarde, ausgesprochen.

Bundeskanzlerin Merkel sagte in Davos, es habe keinen Sinn, zu fordern, dass die Euro-Hilfen verdoppelt oder verdreifacht werden sollten. Sie frage sich, wie lange das glaubwürdig sei. Anstelle einer immer weiteren Erhöhung der Euro-Hilfen sei es notwendig, dass Europa enger zusammenwachse und die Länder bereit seien, mehr Kompetenzen an die europäische Ebene abzugeben.