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Boeing ist den meisten Verbrauchern als Fabrikant einer der meistgeflogenen Passagiermaschinen der Welt bekannt. Weniger bekannt ist, dass die US-Firma auch in der Rüstung aktiv ist. Kampfjets, Hubschrauber und unbemannte Flugobjekte gehören zur Produktpalette, und in Krisenzeiten der Passagierluftfahrt hat sich die Rüstungsproduktion als rettender Anker des Unternehmens erwiesen.

Erst kürzlich geriet Boeing erneut in die Schlagzeilen. Die Auslieferung des Frachtfliegers 747-8 muss wegen unterschiedlicher Vorkommnisse bei Testflügen verschoben werden. Das Unternehmen informierte, die leichten Schwingungen und die Unregelmäßigkeiten im Querruder hätten keine baulichen Veränderungen zu Folge. Lediglich die Abnahmetests verzögerten sich, vermutlich durch die erforderlichen Nachbesserungen. Folge: Die für dieses Jahr angekündigten Maschinen werden erst kommendes Jahr ausgeliefert.

Gleichzeitig hat der amerikanische Flugzeugbauer einen frischen Deal mit dem US-Militär abgeschlossen. Insgesamt geht es bei den Aufträgen für verschiedene Zweige der US-Armee um einen Betrag von knapp neun MIlliarden Euro für die Modernisierung der B-52-Bomber der Luftwaffe und die Auslieferung von 124 Kampfjets, die unter anderem in Afghanistan eingesetzt werden.

In dem stark umkämpften und Milliarden bewegenden Markt des Flugzeugbaus scheinen schnelle Versprechungen an der Tagesordnung zu sein. Die ewige europäische Konkurrenz, namentlich die Firma Airbus, ist mit allen Mitteln aus dem Rennen zu werfen. Sind die Schwierigkeiten beim zivilen Frachtflieger 747-8 ein unerwarteter Rückschlag oder das Ergebnis des Ringens um Großaufträge vom Militär? Schätzt man beim US-Flugzeuggiganten eher die Taube auf dem Dach als den Spatz in der Hand? Verfügt man dort überhaupt über die notwendigen Kapazitäten für eine derart üppige Auftragslage?

Derzeit kämpft man bei Boeing wieder einmal mit Airbus um einen Auftrag der US-Luftwaffe, dessen Volumen so kollossal ist, dass bisher nur von Stellen vor dem Komma die Rede ist. Selbstverständlich handelt es sich um Milliarden, obwohl die Spanne von bescheidenen 35 bis dreistellig reicht.