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Eurokrise und Staatsverschuldung, Börsenturbulenzen und Kursverluste am Finanzmarkt: Auch wenn Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern noch vergleichsweise gut dasteht, so ist bei den Banken doch eine deutliche Zurückhaltung erkennbar, wenn es um das Ausreichen von Krediten geht. Vor allem im letzten Quartal das Jahres 2011 haben sich die Kreditinstitute zurückhaltend gegeben wie nie zuvor seit Ausbruch der Lehmanns-Pleite – und diese Entwicklung ist insbesondere für die Länder des Euroraums erkennbar.
Nach bankeninternen Statistiken haben die Kreditinstitute ihre ausgereichten Summen im letzten Quartal des Jahres 2011 um insgesamt 2,5 Prozent zurückgefahren. Das entspricht einem Realwert von rund 800 Milliarden Euro. Zurückzuführen ist diese Absenkung insbesondere auf den Bereich des Interbankenmarktes – ein Sektor des Finanzwesens, in dem sich die Banken gegenseitig einen Kredit zu eher günstigen Konditionen gewähren. Doch das Misstrauen überwiegt, und so scheuen sich die Finanzhäuser, das Geld an ihrer Wettbewerber auszureichen. Zwar hatte sich nach der Lehmanns-Brothers-Pleite im Jahr 2008 das Niveau des Interbankenhandels schon einmal deutlich nach unten bewegt und hatte es im Anschluss zahlreiche Hoffnungen auf eine Erholung gegeben: Tatsächlich hatte der Finanzmarkt aber nie wieder an seine alte Stärke anknüpfen können. Angesichts der derzeitigen Wachstumslaute, der Einbrüche an den Börsen und vor allem der Turbulenzen in der Finanzwirtschaft einzelner Staaten aus dem Euroraum glaubt die Europäische Zentralbank jedoch nicht an eine baldige und vor allem nachhaltige Erholung des Marktes. Der Optimismus sei den Zweifeln gewichen, heißt es dazu im jüngsten Quartalsbericht der Europäischen Zentralbank.
Insbesondere Spanien und Italien gelten heute als die Problemkinder. In den beiden Eurostaaten beliefen sich die Rückgänge beim Kredit auf neun bzw. zehn Prozent und sorgten damit streckenweise für regelrechte Kreditklemmen – in Griechenland belaufen sich die Rückgänge auf bis zu 50 Prozent.