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Der japanisch stämmige Autobauer Mitsubishi schließt sein einziges Werk in Europa. Die 1500 Beschäftigten im niederländischen Born, dem bisherigen Europasitz des Konzerns, reagierten bestürzt auf die Ankündigung des japanischen Autobauers.

Das Unternehmen begründet den Schritt mit der geringen Auslastung des Werkes. Nachdem bisweilen 200.000 Autos pro Jahr gefertigt wurden, musste Mitsubishi die Produktion seit dem Ausbruch der europäischen Schuldenkrise auf 50.000 Autos pro Jahr drosseln. In dem niederländischen Werk produziert der Konzern den Kleinwagen Colt und den Geländewagen Outlander. Nachdem das Werk geschlossen ist, wird das Unternehmen seine Kunden direkt aus Asien beliefern. Allerdings existieren Pläne die Produktion nach Osteuropa auszulagern, weil steigende Löhne in China die Produktion in Osteuropa für viele Unternehmen wieder interessanter machen. Mitsubishi ist nur eines von vielen Unternehmen die in den letzten Jahren aus Westeuropa, auf Grund der hohen Arbeitskosten, geflohen sind. Länder wie die Slowakei profitieren von der Entwicklung. VW und diverse asiatische Autobauer haben ihre Produktion zu großen Teilen in die Slowakei ausgelagert. Das brachte dem kleinen Land den Namen Detroit Europas ein. Auch im Krisenjahr 2011 wuchs die Wirtschaft des kleinen Staates dank der Automobilindustrie um 3,2 Prozent.

Werksangestellte von VW, Opel und jetzt Mitsubishi wurden in Deutschland und anderen Euroländern immer wieder Opfer des maximalen Gewinnstrebens ihrer Konzerne. Das diese Entwicklung extreme Risiken mit sich bringt dürfte spätestens seit der Finanzkrise des Jahres 2008 den meisten Regierungsvertretern klar geworden sein. Deutschland spürte die Folgen der Finanzkrise verhältnismäßig schwach, weil es noch über eine eigene Industrie verfügte. Durch Kurzarbeit und Lohnabstriche konnten in der BRD viele Arbeitsplätze erhalten werden. Wie lange das jedoch ausreicht um die Standorte von VW, Mercedes, BMW, usw. in Deutschland zu erhalten ist ungewiss.