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Im Prinzip sind sich der amtierende italienische Ministerpräsident Mario Monti und Angela Merkel einig.
Die Anstrengungen zur Bewältigung der Euro-Krise dürften nicht abnehmen und die Wachstumsförderung sollte mit Nachdruck nachhaltig vorangetrieben werden. So weit so gut, doch Monti gibt auf seine betont ruhige Art Paris und Berlin die Schuld daran, die Grundlagen für die aktuelle Euro-Krise vor gut zehn Jahren, also zu Beginn der Gemeinschaftswährung, selbst geschaffen zu haben. Wenn „der Vater und die Mutter der Euro-Zone“, wie Monti bildhaft Deutschland und Frankreich bezeichnete, selbst ungestraft die Stabilitätskriterien durch eine Neuverschuldung von weit über 3 Prozent ihres Bruttoinlandsproduktes verletzten, müssten sich diese nicht wundern, wenn andere Mitgliedsstaaten eine ähnlich laxe Handhabung der Kriterien an den Tag legen.

Die Kritik des italienischen Regierungschefs mag durchaus begründet sein, doch wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen. Die hoch verschuldete, drittgrößte Wirtschaftsmacht der Euro-Zone hat noch nie besonders durch Einhaltung gleich welcher Vorgaben geglänzt, auch wenn neben dem routinierten Schuldenmanagement, der harte Sparkurs und die Anstrengungen des ehemaligen EU-Kommissars Monti zur Haushaltskonsolidierung durchaus gewürdigt werden müssen. Das Verhalten von Berlin und Paris kann aber nicht einfach mit dem von Athen verglichen werden. Griechenland hätte es, um es auf den Punkt zu bringen, ohne Lug und Betrug mit realen Zahlen nie in die Euro-Zone schaffen können und dürfen. Nun erfordert die Bewältigung der Euro-Krise nicht nur viel Haushaltsdisziplin der Mitgliedsstaaten, sondern auch kostspielige Schutzmaßnahmen. Milliardensummen werden von der Europäischen Zentralbank bereitgestellt, um das Schlimmste zu verhindern. Ziel ist es, das Vertrauen der Märkte wiederzuerlangen. Inwieweit und wann das gelingt, bleibt abzuwarten.