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Die Ratingagentur Moody’s hat Frankreich ihr Top-Rating entzogen. Statt wie bisher mit „Aaa“ bewertet Moody’s die Bonität des Landes nun nur noch mit „Aa1“. Zudem bleibt der Ausblick nach Einschätzung der Ratingagentur negativ, womit eine weitere Herabstufung des Ratings durchaus möglich ist. Je schlechter die Kreditwürdigkeit eines Landes von den führenden Ratingagenturen beurteilt wird, umso ungünstiger sind die Konditionen, zu denen das betreffende Land sich über die Kapitalmärkte finanzieren kann.

Dietmar Hornung, der für Frankreich zuständige Analyst von Moody’s, sagte, die Agentur werde die Ratingnote für die Bonität Frankreichs noch weiter senken, sofern der Wirtschaftsausblick sich verschlechtere oder es zu Schwierigkeiten beim Reformkurs komme. Denn sowohl der Haushalt für 2013 als auch die mittelfristigen Pläne Frankreichs basierten auf optimistischen Prognosen für das Wirtschaftswachstum. Hornung bezeichnete den finanziellen Ausblick als unsicher und sagte, wie Frankreich künftige Schocks innerhalb der Euro-Zone verkrafte, sei immer weniger berechenbar. Dass Moody’s das Rating nicht noch weiter reduziert habe, liege unter anderem auch an der jüngsten Reforminitiative für mehr Wettbewerb, die einen Schritt in die richtige Richtung darstelle.

Während der Euro kaum auf das schlechtere Rating für Frankreich reagierte, kritisierte der französische Finanzminister Pierre Moscovici die Entscheidung von Moody’s und sagte, durch die Herabstufung würden die wirtschaftlichen Fundamentaldaten Frankreichs nicht infrage gestellt. Die Regierung halte an ihren Reformprojekten fest, und er teile nicht die Ansicht der Ratingagentur bezüglich des französischen Bankensektors. Die französischen Institute bezeichnete Moscovici als grundsolide.