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Der bekannte japanische Kamerahersteller Olympus versinkt in einem Bilanzfälschungsskandal. Rund 1,3 Milliarden Euro Verluste soll der Konzern durch frisierte Zahlen versteckt haben. Zeitgleich versinkt der Kamerahersteller noch in einem Machtkampf zwischen dem aktuellen Management und dem im Oktober gefeuerten Vorstandsvorsitzenden Michael Woodford, der die Bilanzvorwürfe kurz nach seiner Entlassung öffentlich gemacht hatte.

Der Bilanzbetrug im Detail
Woodford hatte erklärt, Olympus habe Verluste, die aus Anlagegeschäften Mitte der 90er Jahre resultierten, in überhöhten Übernahmepreisen anderer Firmen versteckt. Zudem vermutete der Brite eine Verbindung zur Mafia. Die aktuelle Führung setzte daraufhin eine unabhängige Untersuchungskommission ein, die heraus fand, dass die grundlegende Annahme von Woodford der Wahrheit entspricht. Der Bilanzbetrug umfasse umgerechnet 1,3 Milliarden Euro (rund 135 Milliarden Yen), teilte das Gremium mit. Eine mögliche Verstrickung der Mafia wollte die Kommission hingegen nicht bestätigen. Verantwortlich seien der frühere Vizepräsident Hisashi Mori sowie sein Assistent Hideo Yamada (damals Rechnungsprüfer). Gehandelt worden sei unter Führung der damaligen Konzernchefs Tsuyoshi Kikukawa und Masatoshi Kishimoto. Obwohl sich die Vorwürfe Woodfords erhärteten, lehnt die aktuelle Unternehmensführung eine Rückkehr des Briten an die Konzernspitze ab. Dieser mobilisiert derzeit eine Aktionärsfront, um auf seinen alten Posten zurückzukehren.

Ausschluss von der Börse?
Durch den Wirbel rund um die Unternehmensspitze und den Bilanzbetrug versäumte es Olympus jedoch auch, den Geschäftsbericht für das erste Halbjahr 2011 einzureichen, das in Japan Ende September zu Ende ging. Sollte dies nicht zeitnah nachgeholt werden, droht Olympus sogar die Verbannung von der Börse. Selbst wenn dies nicht geschieht, bedeutet der Aktienmarkt neue Probleme für Olympus: Durch den Skandal verlor der Kurs der Unternehmenspapiere rund 50 Prozent seines Werts. Es wird wohl noch einige Zeit, bis bei Olympus wieder Normalität einkehrt.