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Erst Sony, jetzt Panasonic: Der angeschlagene Elektronikkonzern will die Hälfte der Stellen in der Konzernzentrale im japanischen Osaka streichen.

Japans Elektronikkonzerne in der Krise

Die japanischen Elektronikkonzerne kommen nicht zur Ruhe. Vor nicht einmal drei Wochen verkündete Sony, immerhin der drittgrößte japanische Elektronikkonzern, dass das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr die größten finanziellen Verluste der 66-jährigen Firmengeschichte verbuchen musste. Nun sollen beim Konkurrenten Panasonic im Zuge eines Sparprogramms zwischen 3.000 und 4.000 Stellen gestrichen werden, um den angeschlagenen Konzern wieder auf Kurs zu bringen.

Neuer Panasonic-Chef plant Reformen

Damit sorgt der neue Panasonic-Chef Kazuhiro Tsuga schon vor seinem offiziellen Amtsantritt im Juni für Unruhe unter den Mitarbeitern in der Konzernzentrale. Schließlich bedeutet eine Streichung von 3.000 bis 4.000 Stellen, dass die Hälfte der Mitarbeiter in Osaka gehen muss. Dort soll die Zahl der Mitarbeiter nach übereinstimmenden Medienberichten der Wirtschaftszeitung “Nikkei” und der Nachrichtenagentur “Jiji Press” von 7.000 auf mindestens 3.500 reduziert werden. Die Jobs sollen vor allem durch Vorruhestandsregelungen und Versetzungen zu Tochterfirmen abgebaut werden. Dadurch möchte Tsunga die Entscheidungsfindung im Unternehmen beschleunigen. Panasonic selbst dementiert diese Meldungen noch. Laut einer Panasonic-Sprecherin erwägt das Unternehmen zwar Reformen in der Zentrale, konkrete Entscheidungen über eine mögliche Verringerung der Zahl der Mitarbeiter seien aber noch nicht getroffen wurden.

Starke Konkurrenz aus Südkorea

Fakt ist allerdings, das Tsuga handeln muss. Schließlich hat Panasonic im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Verlust von 9,7 Milliarden Euro gemacht. Um 21 Prozent sanken die Verkaufszahlen von Kameras, Abspielgeräten und Fernsehern. Eine Konsolidierung der kriselnden Fernsehsparte gehört auch zu den dringlichsten Aufgaben von Tsuga. Panasonic leidet genau wie Sony vor allem in der Fernsehsparte unter der aggressiven Produkt- und Preispolitik der südkoreanischen Konkurrenten Samsung und LG.