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Die Zeiten, in denen in Deutschland Basislebensmittel günstig zu kaufen waren, nähern sich ihrem Ende. Eier, Butter Milch und Fleisch werden demnächst merklich teurer.

Wie der Chef des Branchenverbandes BVE, Jürgen Abraham, in Berlin mitteilte, hätten sich Agrarrohstoffe wie Weizen, eins der meist verwendeten Tierfuttermittel, seit Mai 2010 um 40 Prozent verteuert. Eine derart erhebliche Preissteigerung könne von der Industrie langfristig nicht gepuffert werden. Demnächst würden sich die gestiegenen Produktionskosten auf die Verbraucherpreise niederschlagen, damit die Ernährungsbranche weiterhin verlustfrei arbeiten könne.

Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauerverbandes merkte dazu an, dass Lebensmittel wie Eier, Milch, Butter oder Fleisch die Inflation nicht länger bremsen könnten. Damit gehörten auch die extremen Niedrigpreise der deutschen Discounter der Vergangenheit an. Die Preissteigerung werde sich aber innerhalb der allgemeinen Teuerungsrate bewegen, beruhigte er gleichzeitig. Doch nicht allein gestiegene Rohstoffpreise trügen zur Teuerung des Frühstücks bei. Auch die Spekulation an den Weltmärkten habe die Preise für Rohstoffe in die Höhe getrieben.

Ein weiterer Faktor bei der Preisentwicklung ist die Inflation. Es ist zu erwarten, dass die allgemeine Teuerungsrate in 2011 üppig ausfällt. Der Präsident des Außenhandelsverbands, Anton Börner, merkte dazu an, er kalkuliere die Inflationsrate in den kommenden Jahren mit vier bis sechs Prozent. Möglich sei, wenn auch nicht zu erhoffen, eine Inflationsrate im zweistelligen Bereich.

Diese Einschätzung deckt sich nicht mit der Einschätzung der Europäischen Zentralbank. Diese zeigt sich zögerlich bei der Anhebung der Zinssätze. Höhere Zinsen würden eine inflationäre Entwicklung bremsen.

Deutschland ist im europäischen Vergleich bisher eins der Länder mit dem vorteilhaftesten Verhältnis von Verdienst und Lebenshaltungskosten. Dazu steuerten vor allem niedrige Lebensmittelpreise bei. Dies könnte sich in Zukunft ändern.