wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Schon seit Monaten hat der Energiekonzern Eon mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen. Nicht nur der unerwartet rasche Ausstieg Deutschlands aus der Atomkraft macht dem Konzern zu schaffen, auch die schlechte wirtschaftliche Lage im Ausland stellt den Energieversorger vor große Probleme. Viele der konzerneigenen Kraftwerke in Mitteleuropa leiden unter mangelnder Auslastung, die Strompreise vor allem in Italien und Spanien sinken und staatliche Eingriffe der Mittelmeerländer lassen die Zukunftsaussichten nicht eben rosig erscheinen. Drei Wochen vor Ablauf des Geschäftsjahres 2011 sah sich der Vorstand deshalb gezwungen,Abschreibungen in Milliardenhöhe anzukündigen. Dem Kurs der Aktie tut dies nicht gut. Wenn auch die Reaktionen der Anleger bisher moderat ausgefallen sind, ist jedoch nicht mit einer baldigen Stabilisierung der Situation und einer Wertsteigerung der Aktie zu rechnen.

Konzernchef Johannes Teyssen hat dem Energieunternehmen einen radikalen Umbau verordnet. Tausende von Stellen sollen europaweit abgebaut werden. Der Verkauf des größten deutschen Gasnetzes an die Allianz ist ebenfalls im Gespräch. Allerdings benötigt Eon für einen Verkauf an die Allianz das Einverständnis der Bundesregierung. Außerdem plant der Konzern die vorzeitige Stilllegung von Kohle- und Gaskraftwerken, die sich als nicht mehr rentabel erwiesen haben, nachdem er hier schon Wertberichtigungen in beträchtlicher Höhe vornehmen musste. In den drei kommenden Jahren ist vorgesehen, Stromkapazitäten in Höhe von sechs Gigawatt stillzulegen.

Stromversorger Eon, der bisher in erster Linie auf fossile Energiegewinnung setzte, möchte sich nun als Marktführer für erneuerbare Energien etablieren. Der von der Bundesregierung unterstützte Einstieg beim portugiesischen Versorger EDP, der das Unternehmen zwei Milliarden Euro kosten wird, soll hierfür die Grundlagen schaffen.

Dem Konzern muss es gelingen, durch Stellenabbau, Kraftwerkstilllegungen und dem Verkauf des Gasnetzes an die Allianz eine stabile Grundlage zu schaffen. Nur dann besteht Aussicht darauf, dass sich der Kurs der Aktie während der nächsten Jahre erholen kann.

Kategorie: Allgemein
Tags: , , , ,