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Q-Cells galt jahrelang als Vorzeigeunternehmen der Solarbranche in Deutschland und als Symbol für einen wirtschaftlichen Neuanfang in den neuen Bundesländern. Nun droht dem vielfach ausgezeichneten Unternehmen die Pleite.

Seit dem 3. April 2012 ist es sicher: Die Unternehmensleitung von Q-Cells SE aus Bitterfeld-Wolfen stellte beim Amtsgericht Dessau den Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens. Die Manager von Q-Cells hatten gehofft, dass die Gläubiger der Unternehmensanleihen helfen würden. Die Geldgeber sollten einen Zahlungsaufschub gewähren und auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Diese Hoffnung starb, als einer der Gläubiger gegen die Pläne Klage einreichte. Nun muss der Insolvenzverwalter prüfen, ob das einstige Vorzeigeunternehmen eine Zukunft hat. Das 1999 als Start up gegründete Unternehmen entwickelte sich rasch zum Börsenliebling und wurde immer wieder mit Auszeichnungen bedacht. Dort wo zu DDR-Zeiten riesige Chemieanlagen die Umwelt verschmutzten, entstand ein „Solar Valley“. In den besten Zeiten entwickelte und produzierten etwa 2.300 Q-Cells Mitarbeiter Solarzellen und komplette Photovoltaikanlagen. Q-Cells wurde zum weltweit größten Solarzellenproduzenten.

Die Pleite von Q-Cells ist kein Einzelfall – die hoffnungsvolle Solarbranche Deutschlands steht schon seit längerer Zeit unter Druck. Drei Unternehmen – Solon, Solar Millenium und Solarhybrid – sind bereits pleite, alle anderen Unternehmen der Branche kämpfen ebenfalls mit erheblichen wirtschaftlichen Schwierigkeiten. Der Preisverfall für Solarzellen, verursacht durch die wachsende Konkurrenz aus China, ist dramatisch. Die plötzliche Kürzung der Solarförderung in Deutschland verdüsterte den Himmel über der Branche noch mehr.

Die Mitarbeiter von Q-Cells bangen nun um ihre Arbeitsplätze. Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens soll dem hoch verschuldeten Unternehmen einen Neuanfang ermöglichen. Ob es staatliche Hilfen gibt, ist völlig ungewiss. Ein Sprecher der Landesregierung erklärte, dass man nach Möglichkeiten der Unterstützung suche, eine Übernahme der Schulden durch das Land sei aber nicht möglich.