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Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Laut Statistischen Bundesamt, verdiente der durchschnittliche Arbeitnehmer in Deutschland, Inflationsbereinigt im Jahre 2011 genauso viel wie im Jahre 1993. Vor allem auf Grund der stark gestiegenen Rohstoffpreise erreichte die Inflation im Laufe der letzten 10 Jahre Werte, die weit über den von der EZB als Richtlinie ausgegebenen 2 Prozent lagen die als Grenze gelten um die Stabilität der Gemeinschaftswährung zu garantieren. Während die Löhne in Deutschland effektiv schrumpften, stiegen die Einkommen der Angestellten im übrigen Euroraum zum Teil beträchtlich.

Die so entstandene erhöhte Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen, sicherte über die letzte Dekade solide Beschäftigungszahlen. Allerdings entwickelt sich der Handel mit den Euro-Staaten, seit dem Ausbruch der Schuldenkrise, rückläufig. Im Jahr 2011 schrumpften die Exporte Deutschlands in den Euroraum um 6,5 Prozent. Um die geschrumpfte Nachfrage besonders der Euroländer kompensieren zu können, bietet sich laut DIW-Chef Gert Wagner eine deutliche Erhöhung der Nettolöhne in Deutschland an. Höhere Einkommen führen so hofft Gert Wagner zu einer erhöhten Binnennachfrage. So könnte sich das neue deutsche Wirtschaftswunder selbst tragen und die Risiken durch die Schuldenkrise weiter minimiert werden. Die schwachen Wirtschaftsdaten der Eurostaaten lassen, trotz der noch immer sehr niedrigen Zinsen im Euroraum, eine                   Abkühlung der Inflation für das Jahr 2012 erwarten, was in Kombination mit satten Lohnzuwächsen eine Möglichkeit wäre das Lohngefälle im Euroraum wieder zu minimieren. Allerdings verweisen deutsche Arbeitgeberverbände auf die ungewissen Konjunkturaussichten und mahnen die Gewerkschaften zu Mäßigung bei den anstehenden Verhandlungen der Lohnzuwächse.

Vermutlich werden die Einkommen trotz voraussichtlich niedriger Inflation im Jahr 2012 nur geringfügig steigen. Die Angst vor dem Jobverlust wiegt eben „noch“ größer als der Wunsch nach fairer Bezahlung.