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Schon lange galt der Standort Bochum als das große Sorgenkind der ohnehin angeschlagenen Marke Opel. Am Montag folgte nun die Ankündigung von Opel-Chef Thomas Sedran, dass das Werk in Bochum bis zum Jahr 2016 stillgelegt werden soll. Lediglich ein Logistikzentrum soll erhalten bleiben. Hinzu kommt möglicherweise die Fertigung einzelner Fahrzeugkomponenten. Von derzeit 3.365 Beschäftigten werden dann lediglich wenige hundert Mitarbeiter übrig bleiben. Faktisch hat der Autobauer den Standort Bochum damit aufgegeben.

Erforderlich sind konkrete Zukunftspläne

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen sieht Opel in der Pflicht, sich auch über das Jahr 2016 hinaus um eine Weiterbeschäftigung der Mitarbeiter zu kümmern. Dabei geht es insbesondere um eine Weiterführung der industriellen Nutzung der in Bochum befindlichen Liegenschaften. Da die Alternative ein schwieriger und vor allem kostenintensiver Sozialplan sei, erwarte man ein Entgegenkommen sowohl von Opel als auch des Mutterkonzerns General Motors. Eine Aufwendung von Steuergeldern soll möglichst vermieden werden. In gleicher Weise äußerte sich Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler. Dieser sieht die Probleme von Opel vornehmlich als hausgemacht an. Der Mutterkonzern GM habe ein stärkeres Engagement Opels auf dem wichtigen chinesischen Automarkt verhindert und auf diese Weise die Krise des Autobauers mutwillig verschärft.

Eine Geschichte, die sich nicht wiederholen sollte

Da die Ankündigung Opels ein knappes Jahr vor der Bundestagswahl erfolgt ist ein kalkuliertes Vorgehen des Konzerns nicht auszuschließen. Bereits vor dem letzten bundesweiten Urnengang überboten sich die Parteien in ihren Bemühungen um eine Rettung von Opel. Damals stand ein Konsortium zum Kauf der Marke einschließlich aller Betriebe bereit. An diesem Punkt winkte GM ab, nachdem zuvor stattliche staatliche Hilfen in die Wege geleitet worden waren. Es bleibt zu hoffen, dass die politischen Verantwortungsträger in Deutschland nicht erneut in einen ähnlichen Bieterwettbewerb um die beste Lösung für Opel einsteigen.