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Lange haben europäische Finanzminister auf dem Krisengipfel in Brüssel über eine Einigung diskutiert. Wie allerdings erwartet wird Europa Griechenland erneut aus der finanziellen Misere stemmen. Ein weiteres Rettungspaket für den Mittelmeerstaat in Höhe von rund 110 Milliarden Euro ist beschlossene Sache. Doch der Weg bis zu einer Übereinkunft war holprig. Nicht nur Europa spaltete sich während der Debatte über möglichen Hilfskredite, auch innerhalb der Koalition wurde heftig diskutiert.

Am Ende stimmte zwar die Mehrheit m Bundestag für den Entschließungsantrag und für eine finanzielle Unterstützung, dennoch brauchte es sehr viel zureden von Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihren Finanzminister Wolfgang Schäuble. Beide riefen Anfang der Woche die Koalition zusammen, um über mögliche Hilfskredite für Griechenland zu sprechen. Viele Politiker in der Bundesregierung lehnten ein weiteres Rettungspaket ab, drohten sogar damit im Herbst nicht für den dauerhaften Rettungsfonds abzustimmen. Besonders in der FDP gab es große Zweifel an einem erneuten Rettungspaket für den hochverschuldeten Staat. Dennoch haben es Wolfgang Schäuble und Angela Merkel, die vor allem auf die Unterstützung von Unionsfraktionschef Volker Kauder und Haushaltspolitiker Norbert Barthle vertrauen konnten, den Entschließungsantrag im Bundestag durchgebracht. Die Finanzhilfen gibt es allerdings nur unter Auflagen. So sollen private Gläubiger genauso in das Rettungspaket eingebunden werden wie die Steuerzahler.

In der Opposition hingegen wirft SPD-Fraktionschef Frank Steinmeier der Bundesregierung „teures Trödeln“ vor, denn wie aus internen Kreisen bekannt wurde, will sich die Regierung über eine konkrete Form der Beteiligung von privaten Investoren bis September Zeit lassen.
Und auch die Bevölkerung steht mehrheitlich nicht an der Seite der Bundesregierung. Mehr als die Hälfte der deutschen Bevölkerung ist strikt gegen eine erneute Finanzspritze aus Deutschland für Griechenland.