wirtschaft-infos.de

Aktuelle Informationen aus der Wirtschaft für Arbeitgeber

Der Präsident der deutschen Bundesbank, Axel Weber, wird sein Amt aufgeben und aller Wahrscheinlichkeit nach wieder als Professor in Köln tätig werden. Am vergangenen Freitag gab Weber seine Entscheidung bekannt und nannte gegenüber Bundeskanzlerin den 30. April diesen Jahres als Rücktrittstermin. Eigentlich besaß er einen Vertrag bis zum April 2012, allerdings wird in Finanzkreisen spekuliert, dass die Isolation der Bundesbank während der Eurokrise und die Kritik an der Person Webers ausschlaggebend für dessen jetzige Rückzugsentscheidung gewesen sind.

Bereits von 2001 bis 2004 war Weber als Professor an der Kölner Universität am Lehrstuhl für internationale Ökonomie tätig gewesen. Nach seinem Wechsel zur Bundesbank wurde er temporär beurlaubt. Die Beurlaubung wird aber mit dem Ausscheiden aus der Bundesbank wieder aufgehoben, womit Weber wiederum an die Universität zurückkehren werden und sich wieder der Forschung und Lehre widmen könne. Zunächst wird er allerdings ein Freisemester nehmen und dann erst wieder zum Wintersemester 2011/2012 eine Professur in Köln übernehmen.

Mit der Bekanntgabe seines Rückzugs zog Weber auch seine Kandidatur für das Amt des EZB-Chefs zurück. Er war bislang neben seinem italienischen Amtskollegen Mario Draghi als der aussichtsreichste Anwärter auf diesen Posten bei der Europäischen Zentralbank gesehen worden. Ihm wurden gute Chancen bei der Nachfolge des zum 31. Oktobers aus dem Amt scheidenden Zentralbank-Chefs Jean Claude Trichet eingeräumt. Die SPD will nun den ehemaligen Finanzminister Peer Steinbrück für den Chefposten bei der EZB vorschlagen, da dieser laut Fraktionsvorsitzenden Frank Walter Steinmeier über ein ausgewiesenes Fachwissen und internationale Anerkennung im Bereich Finanzpolitik verfüge. Allerdings spekuliert man in SPD-Kreisen darauf, dass die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP einen eigenen Kandidaten vorschlagen werde.

Wer die Nachfolge von Weber bei der Bundesbank übernehmen soll, ist derzeit noch offen. In der kommenden Woche soll darüber verhandelt werden, wer der neue Präsident werden wir. Derzeit gibt es allerdings noch keine Statements zu potentiellen Kandidaten, allerdings wird der derzeitige Wirtschaftsberater von Angela Merkel, Jens Weidmann, als aussichtsreichster Anwärter gehandelt. Wiedmann war einst selbst Student unter Weber gewesen und wurde von diesem im Rahmen eines Interviews mit der Wochenzeitschrift „Der Spiegel“ als Fachmann und verdienter Ökonom für seine Nachfolge empfohlen.