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Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy spricht sich für ein neues Leitwährungssystem aus. Vor allem junge Wirtschaftsmächte sollen aufgrund ihrer weltweiten Bedeutung stärker in berücksichtigt werden. Der Dollar als einzige weltweite Leitwährung sei nicht mehr zeitgemäß, so Sarkozy. Durch die aktuelle Wirtschaftskrise sieht sich der französische Staatspräsident in seinen Überlegungen bestätigt. Ihm geht es aber nicht darum, dem Dollar zu schaden, sondern nur dessen dominante Stellung im weltweiten Währungssystem zurückzudrängen.

Im Rahmen der G20-Ratspräsidentschaft wollen die Franzosen eine Reform des Weltwährungssystems in Gang bringen. Die zentrale Frage hierbei lautet, inwiefern im aktuellen System verschiedene Staaten von der US-amerikanischen Geldpolitik abhängig sind. Sarkozy plädiert dafür, den Sonderziehungsrechten des Internationalen Währungsfonds ein größeres Gewicht einzuräumen.

Diese Sonderziehungsrechte stellen eine Art Spezialwährung dar und berechnen sich aus unterschiedlichen Devisen. Der Vorteil eines solchen Ansatzes ist, dass junge Wirtschaftsmächte in die Leitwährung mit aufgenommen werden und hierdurch das globale System stabiler gestaltet werden kann. Neben dem Dollar als weiterhin herausragende Währung erfahren aufstrebende Länder wie China, Brasilien oder Indien eine höhere Berücksichtigung.

Welche Bedeutung Frankreich einer solchen Reform beimisst, zeigt sich an den Bemühungen, den chinesischen Yuan in das internationale Währungssystem zu integrieren. Die Franzosen wollen damit erreichen, dass die Währung Chinas in den Warenkorb für die Berechnung der Sonderziehungsrechte des IWF aufgenommen wird. Hierdurch könnte sich die Bedeutung der Sonderziehungsrechte von einer reinen Recheneinheit hin zu einer am Markt handelbaren Reservewährung wandeln. Hierzu müssen jedoch weitere junge Wirtschaftsmächte in dieses System aufgenommen werden.

Neben der Reform des internationalen Währungssystems ist während der französischen G20-Ratspräsidentschaft die Schaffung eines Finanzsicherheitsnetzes ein weiteres Anliegen von Nicolas Sarkozy, um die negativen Einflüsse von massiven Kapitalflüssen zu begrenzen.