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Siemens konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr bei einem Umsatz von 73,5 Milliarden Euro immerhin einen Gewinn von 7 Milliarden Euro erwirtschaften. Wer dann die Umsatzrendite kalkuliert, erhält einen beeindruckenden Wert von 9,5 %. Dennoch ist nicht jeder Job in jeder Sparte des Siemens Konzerns gesichert, da der zu erwartende Konjunkturabschwung und vielleicht sogar eine fünfte Weltwirtschaftskrise 2012 zu einem Nachdenken über die Strategie und die dafür notwendige Mitarbeiterzahl eingeleitet hat.

Der Siemens-Vorstand sieht weiterhin die Geschäftsfelder im Bereich Mobility und Infrastruktur für große Städte und Ballungsräume als Wachstumstreiber. Beispiele dafür sind immer mal wieder Aufträge für Hochgeschwindigkeitsflotten verschiedener Eisenbahngesellschaften. Dagegen hat Siemens die Umsatz- und Zukunftserwartungen für den in Erlangen konzentrierten Healthcare-Bereich erheblich zurückgeschraubt.

Dabei gibt es innerhalb des Healthcare-Bereiches eine unterschiedliche Strategie: Vertriebs- und Akquisitionstätigkeiten in verschiedenen Ziel- und Wachstumsmärkten werden intensiviert. Allerdings sieht Siemens eine Schwäche der Umsätze im Bereich Strahlentherapie und Labordiagnostik, bedingt durch Sparzwänge in verschiedenen Gesundheitssystemen und eine teilweise nicht optimale Wettbewerbsposition. Damit verbunden kann nicht jeder Job in Erlangen garantiert werden, Siemens spricht hier von einer Personalanpassung im dreistelligen Bereich. Damit geht die schon vor einiger Zeit begonnene Umstrukturierung im Siemens-Konzern weiter, deren aktueller Projektname „Agenda 2013“ auch darauf hinweist, dass viele Themen angesprochen und verändert werden und dass das Change Management nicht nur auf einen Job im Bereich Healthcare einen Einfluss hat.

Problematisch dabei ist allerdings, dass Siemens noch nicht zu der alten Stärke als führender Elektro- und Elektronikkonzern zurückgefunden hat. Zudem ist die unternehmensweite Vision noch nicht vollständig bei den Investoren und der Öffentlichkeit angekommen. Dort besteht also noch Handlungsbedarf, damit die Öffentlichkeit die Strategie „Agenda 2013“ vollständig verstehen lernt.