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Monatelang wurde um den Gang an die Börse des englischen Traditions-Klub Manchester United spekuliert. Im Gespräch waren die Börsen in Singapur, Hongkong und die New Yorker Wall Street. Seit Dienstag den 03.07.12 ist nun klar das sich die Vorstände von “ManU” für die Wall Street entschieden haben. Mit dem Börsengang möchten die Besitzer, die amerikanische Milliardärsfamilie Glazer, circa 100 Millionen Dollar sammeln, um die hohen Schulden des Fußballvereins zu tilgen.

Geplant war der Börsengang in der 2. Hälfte des Jahres an der Börse in Singapur. Hier war eine Erstemission von 1 Milliarde Dollar geplant. Aufgrund der Marktturbulenzen und der Euro-Schuldenkrise wurde das Vorhaben aber wieder verworfen. Auch Hongkong wurde von den Glazers eine ganze Zeit lang ins Auge gefasst, da der englische Rekordmeister in der “Forbes-Liste” als wertvollster Fußballverein der Welt geführt wird. Zudem leben im asiatischen Raum circa 660 Millionen Fans des Vereins. Da die Milliardärsfamilie von den Engländern für die Schuldenkrise des Vereins verantwortlich gemacht wird, wurde die Börse in London nie in Betracht gezogen. Nach dem Börsengang an der Wall Street bleibt die Familie Glazer weiter das Kontrollorgan des Vereins, da die eigenen Aktien einen Stimmanteil von 67% ausmachen.

Experten betrachten den Börsengang an der Wall Street mit Skepsis. Dies liegt letztendlich nicht nur daran, dass Fußball in den Vereinigten Staaten von Amerika nicht besonders populär ist. Immerhin wird von einem Schuldenberg von 423,3 Millionen Pfund ausgegangen, was etwa einer halben Milliarde Euro entspricht. Auch die Summe für die Erstemission könnte zu niedrig kalkuliert sein. Dies könnte allerdings auch einen strategischen Grund haben, da sich die Gebühren der Erstemission aus dem Erlös errechnen. Mittlerweile sind 26 europäische Fußball-Klubs börsennotiert. In Deutschland hat sich als bisher einziger Verein Borussia Dortmund an die Börse gewagt.