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Viele Beobachter hatten von Anfang an daran gezweifelt, dass die Neubesetzung des Vorstandes der Deutschen Bank mit dem erfolgreichen Investmentbanker Anshu Jainer und dem altgedienten Jürgen Fitschen tatsächlich die groß angekündigte Abkehr von unsauberen Geschäftspraktiken des größten deutschen Kreditinstituts zur Folge haben würde. Wie berechtigt ihre Bedenken waren, zeigte der Anruf von Deutsche Bank Vorstand Jürgen Fitschen bei Hessens Ministerpräsidenten Volker Bouffier, um sich über die letzte Woche durchgeführte Durchsuchung der Geschäftsräume der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt am Main durch die Steuerfahndung zu beschweren. Nach einhelliger Auffassung von Politikern der großen Parteien, wie zum Beispiel Michael Meister (CDU) oder Joachim Poß (SPD), lässt dieses Verhalten einen erschreckenden Mangel an Respekt und Achtung vor dem Rechtsstaat erkennen.

Wie unglücklich sein Protestanruf war, hat wohl mittlerweile auch Herr Fitschen selbst erkannt und beteuert nun, dass er weiterhin zu seinen Plänen stehe, einen Kulturwandel bei der Deutschen Bank in die Wege zu leiten. Doch das Vertrauen der Politik und erst recht das der Bürger dürfte er erst einmal verspielt haben. Alle Hochglanzbroschüren, schönen Präsentationen und Absichtserklärungen, dass die Deutsche Bank künftig keinerlei windige Geschäfte mehr durchführen wird, stehen vielmehr in einem deutlichen Kontrast zu dem Handeln ihres Vorstandes Fitschen. So ist es auch nur folgerichtig, dass aus der Politik jetzt wieder vermehrt Forderungen nach einer stärkeren Regulierung der Banken laut werden. Die Deutsche Bank wird beweisen müssen, dass es ihr tatsächlich ernst ist, nur noch ethisch korrekt zu handeln. Ob ihr dies unter der Führung von Jürgen Fitschen und Anshu Jainer gelingen wird, ist zumindest fraglich.