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Zunächst war nur Frankfurt betroffen, dann zusätzlich Berlin und München – nun geht der Streik um den Tarif der Flugbegleiter bei der Lufthansa bundesweit in die dritte Runde. Wenn die beiden Tarif-Parteien, Lufthansa auf der einen, die Gewerkschaft UFO auf der anderen Seite, sich nicht annähern, werden am Freitag laut Angaben der Fluggesellschaft zwei Drittel von 1.200 Flügen gestrichen. Der Rest soll von Regionalpartnern bedient werden.

Die Gewerkschaft fordert fünf Prozent mehr Lohn, den Verzicht auf Zeitarbeiter im Berlin-Verkehr sowie ein Ende betriebsbedingter Kündigungen. Die Lufthansa bietet 3,5 Prozent. Zudem will sie laut Personalvorstand Peter Gerber die Struktur der Vergütung ändern. Statt jährlichen Lohnerhöhungen – aufgegliedert in 17 Altersstufen – soll es zukünftig nur noch alle zwei Jahre eine Steigerung des Einkommens geben. Gerber betonte, dass die Lufthansa mit ihrem Tarif ab dem fünften Beschäftigungsjahr ca. 50 % über dem allgemeinen Niveau liege.

Am Freitag wird der Streik nicht nur räumlich auf alle deutschen Airports ausgedehnt, sondern auch zeitlich. Die erste Welle des Ausstands betrug nur wenige Stunden, jetzt sollen die rund 18.000 Flugbegleiter den ganzen Tag ihre Arbeit niederlegen. UFO-Chef Nicoley Baublies kündigte an, dass es danach erstmal keinen weiteren Streik, sondern eine Denkpause geben werde.

Ein gerichtliches Vorgehen hält die Lufthansa für aussichtslos, da der Arbeitskampf der Gewerkschaft sich nur auf den Tarif bzw. die Vergütung der Flugbegleiter beschränkt. Gerber forderte die UFO-Vertreter auf, wieder an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Den betroffenen Passagieren bleibt am Freitag nur die Möglichkeit, auf andere Fluglinien umzusteigen oder das Angebot der Deutschen Bahn zu nutzen, die viele zusätzliche Züge bereitstellen will.